Workshop: Datendurchsatz bei EIDE-Festplatten verbessern
Wer bremst, verschenkt
von Thomas Wölfer
Erschienen im Linux-Magazin
2004/03
Die EIDE-Festplatten in vielen Linux-Rechnern bleiben weit hinter ihrer Leistungsfähigkeit zurück. Mit Hdparm löst der Anwender die von den gängigen Distributionen eingestellte Handbremse.
Schlechter Datendurchsatz auch bei modernsten Festplatten ist eine unangenehme und zudem unnötige Folge so ziemlich jeder Standardinstallation. Debian, Suse & Co. sorgen mit äußerst konservativen Standardeinstellungen für maximale Kompatibilität während des Setups - zu Lasten der Leistung. Das Programm Hdparm[1] löst diese künstliche Bremse einfach und schnell. Unser Workshop zeigt, wie Sie sich mit Hdparm Schritt für Schritt zur eigentlichen Transferleistung der Festplatte vortasten. Es lohnt sich: Je nach Hardware kann die I/O-Performance sogar um das Zehnfache ansteigen.
Alle aktuellen Festplatten unterstützen diverse PIO-Modi (Programmed Input Output), Ultra-DMA (Direct Memory Access,[2]) und viele weitere Besonderheiten und Funktionen - Standardinstallationen berücksichtigen die wenigsten davon. Mit Hdparm übergeben Sie der Festplatte die entsprechenden Werte und holen alles an Leistung heraus, was die Platte zu bieten hat.
Doch Vorsicht: Festplattentuning ist ein bisschen riskant. Sie sollten unbedingt eine Datensicherung durchführen, bevor Sie die Experimente starten. Zudem ist es sinnvoll, Hdparm zunächst im Testbetrieb zu probieren. Booten Sie den Rechner dazu im Single-User-Modus. Als Beispielsystem dient ein AMD Athlon-XP 2600+ mit 256 MByte RAM und einer EIDE-Festplatte. Nach Angaben des Herstellers schafft die Platte eine maximale Datentransferrate von 66 MByte/s.
Behäbige Leistung
Wie schnell Ihre Festplatte momentan arbeitet, finden Sie mit den beiden Optionen »-T« und »-t« heraus (Abbildung 1). Geben Sie diese Optionen bei Tests immer zusammen an. Hdparm misst die Geschwindigkeit des Cache (Speicher, CPU und Buffer-Cache) bei Lesezugriffen und ermittelt die Leistung der Platte, ohne die Daten im Cache zu berücksichtigen. Damit erhalten Sie eine effektive Aussage zur Performance der angegebenen Festplatte.

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Abbildung 1: Ohne Konfiguration mit Hdparm bringt die Festplatte nur einen Bruchteil ihrer Leistung. Statt des vom Hersteller angegebenen theoretischen Durchsatzes von 66 MByte/s erreicht sie gerade mal 3,8 MByte/s.
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Die Manpages von Hdparm weisen darauf hin, dass der Test mehrmals laufen sollte, um einen Mittelwert zu erhalten. Beachten Sie außerdem, dass Hdparm nur dann aussagekräftige (korrekte) Werte liefert, wenn der Computer während der Tests nicht belastet ist.
Bei weiteren Testläufen auf dem Beispielsystem zeigte sich, dass Hdparm nur ganz leicht voneinander abweichende Ergebnisse ermittelte, und zwar in hohem Maß ernüchternde: Die Festplatte kommt lediglich auf magere 3,8 MByte/s - das ist Steinzeit.
Einstellungen einsehen
Um die Festplatte zur Höchstleistung zu treiben, sehen Sie sich zuerst die aktuellen Einstellungen an. Dazu starten Sie Hdparm einfach ohne Optionen und übergeben nur das entsprechende Device, wie in Abbildung 2 zu sehen. Die meisten Optionen sind ausgeschaltet, obendrein behandelt der Kernel den Festplatten-Controller lediglich als 16-Bit-Multi-IO-Baustein (»I/O Support«). Kein Wunder, dass bei solchen Einstellungen nur ein magerer Durchsatz von knapp 4 MByte/s rauskommt. Dies gilt es, im Folgenden zu ändern. Die einzelnen Hdparm-Schalter sind aber nicht auf Anhieb zu verstehen.

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Abbildung 2: Ohne Optionen ausgeführt liefert Hdparm eine Liste zurück, die neben den physikalischen Kenngrößen (»geometry«) auch zeigt, ob sich die Festplatte im DMA-Modus befindet.
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| Whitepaper |
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