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Die monatliche GNU-Kolumne

Brave GNU World

von Georg C. F. Greve
Erschienen im Linux-Magazin 2003/02

Diese Kolumne berichtet über aktuelle Entwicklungen innerhalb des GNU Projekts und versucht, Einblicke in die zugrunde liegende Philosophie zu vermitteln. In dieser Ausgabe: Ninvaders, Gnome-Annotate, Rule sowie ein paar grundsätzliche Betrachtungen.

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Brave GNU World. Sie erscheint in der Zeit des Jahreswechsels und damit auch in einer Zeit der Orientierung und des Luftholens, bevor das neue Jahr so richtig begonnen hat. Daher sollen in dieser Ausgabe auch nur wenige neue Projekte vorgestellt werden. Sie beginnt mit der Vorstellung kleinerer Projekte, die sonst in der allgemeinen Hektik leicht unbeachtet bleiben, aber hauptsächlich geht es diesmal um grundsätzliche Fragen.

Ninvaders

Ninvaders[5] von Dettus - mit bürgerlichem Namen Thomas Dettbarn - ist ein Klon des Konsolen-Klassikers "Space Invaders", der auf die Ncurses-Bibliothek für Ascii-Ausgabe setzt[6]. Das Spiel bietet damit aber nicht nur einen gewissen Retro-Charme, den so mancher zu schätzen weiß, es läuft auch auf der Konsole - und über SSH.


Abbildung 1: Ninvaders ist ein Klon des Spiels "Space Invaders".

Ninvaders entstand während einer schlaflosen Nacht, doch schon wenig später fingen die Aliens dank der Hilfe von Mike Saarna auch an, sich zu bewegen. Dettus fehlt jedoch gegenwärtig nicht nur die Zeit, das Spiel weiterzuentwickeln, ein Harddisk-Crash scheint ihn darüber hinaus weit zurückgeworfen zu haben. Da er sein Projekt außerdem noch über dynamisches DNS ohne zusätzliche Sicherungen hostet, weiß er jede Hilfe zu schätzen.

Selbstverständlich ist sein C-Programm freie Software unter der GNU General Public License (GPL), auf dieser Grundlage ist dem Spiel hoffentlich ein langes Leben beschieden.

Gnome-Annotate

Programme, die zur "Klein aber fein"-Kategorie zu rechnen sind, werden tendenziell leicht übersehen. Ein Beispiel dafür ist Gnome-Annotate[7] von Andreas Persenius. Das unter der GPL stehende Programm gestattet es seinen Benutzern, markierte Textpassagen beispielsweise aus Webbrowsern, aber auch aus anderen Fenstern mit einem einfachem Mausklick in einer Textdatei abzulegen. Der Anwender erstellt sich so eine Art Notizdatei, die für ihn wichtige Texte oder URLs enthält.

Da Olaf Grüttner, der ursprünglich die Idee für dieses Programm hatte, selbst nicht programmieren kann, hat sich Andreas Persenius dieser Idee angenommen und sie in Python umgesetzt. Auf seiner Homepage[7] ist noch eine ganze Reihe weiterer Tools zu finden, unter anderem ein Programm, das eine Liste beliebiger Websites auf Än- derungen prüft, oder ein Popup für die schnelle Suche auf der Google-Site.

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