Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 07/2014
© Tammy Scott, 123RF

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Baloo ersetzt Nepomuk als semantische Desktop-Suchmaschine unter KDE

Bärendienst

Die semantische Suche Nepomuk war seit ihrer Einführung in KDE heftig umstritten – sowohl bei Benutzern als auch bei Anwendungsentwicklern. Mit den KDE Applications 4.13 weicht sie nun einer neuen Lösung namens Baloo. Auch die legt einen holprigen Start hin.

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Desktop-Umgebungen sind recht dumm. Das merkt der Anwender spätestens dann, wenn er eine Datei sucht, sich aber partout nicht mehr an ihren Namen erinnern kann. Abhilfe soll der so genannte semantische Desktop schaffen.

Semantische Suche

Ein solcher Desktop merkt sich, wann welche Daten angefallen sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Dank dieser Informationen kann ein User beispielsweise eine Datei auf der Festplatte suchen lassen, die der Kollege Müller im März per E-Mail geschickt hatte.

Auch die KDE-Entwickler wollten ihrer Desktop-Umgebung eine passende semantische Suche spendieren. Sie griffen dabei auf die Ergebnisse des Forschungsprojekts Nepomuk (Networked Environment for Personalized, Ontology-based Management of Unified Knowledge, Abbildung 1, [1]).

Abbildung 1: Nepomuk sollte den semantischen Desktop salonfähig machen.

Das Projekt hatte die Europäische Union von 2006 bis 2008 mit mehreren Millionen Euro finanziert. Es sollte alles Notwendige liefern, um die Entwicklung eines semantischen Desktops voranzutreiben und zu vereinfachen.

Nepomuk, RDF und andere Kalamitäten

So schrieb Nepomuk beispielsweise das Resource Description Framework, kurz RDF, zur Beschreibung und Speicherung der Beziehungen vor [2]. Die Implementierung von Nepomuk in KDE sammelt bei allen KDE-Anwendungen Informationen über die gespeicherten Daten ein, verknüpft sie, bereitet sie auf und stellt sie dann der eigentlichen Suchfunktion zur Verfügung.

Seit der Einführung von Nepomuk unter KDE 4 beklagten viele Benutzer immer wieder dessen schlechte Performance und mangelnde Stabilität. Anwendungsentwickler wiederum fanden das API zu kompliziert und wünschten sich zusätzliche Funktionen. Die KDE-Entwickler besserten im Laufe der Jahre zwar nach, viele Anwender deaktivierten Nepomuk aber auch weiterhin. Insbesondere bei der Interaktion mit Akonadi, dem Unterbau der PIM-Programme, erzeugte Nepomuk eine zu hohe Last.

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