Microsoft schickt seine Suchtechnologie “Bing” zu Yahoo, und Yahoo übernimmt für beide Unternehmen die Betreuung der Premiumkunden, so lautet in dürren Worten die Vereinbarung der beiden Konzerne, die am heutigen Mittwoch bekannt gegeben wurde .
Mit den Zusammenschluss erreichen die beiden ehemals in langwierige Übernahmeverhandlungen verstrickten Unternehmen eine größere Reichweite respektive Marktanteile im Suchmaschinengeschäft. Die neuen Verbündeten sollen nun auf einen Marktanteil von rund 30 Prozent kommen. Google beansprucht im Suchmaschinenmarkt den Löwenanteil mit 65 Prozent.
Genauer ausgeführt kauft Microsoft für eine Vertragslaufzeit von zehn Jahren eine Lizenz für Yahoos Suchtechnologie, aber nur, um diese in Bing einzubauen. Im Gegenzug verwendet Yahoo Microsofts Bing als exklusive Plattform für bezahlte Suchergebnisse auf seinen Seiten. Auf einigen wenigen Yahoo-Sites bleibe die hauseigene Technologie bestehen, heißt es in der Pressemitteilung.
Yahoo übernimmt für beide Unternehmen die Vermarktung der Premiumkunden. Was die Self-Serve-Anzeigen betrifft, setzen beide auf die Adcenter-Plattform von Microsoft. Von dieser Plattform stammen auch die Preisgestaltungen für die Anzeigen-Auktionen. Beide unterhalten weiterhin eigenständige Sales-Teams und bleiben bis auf die Suchmaschinenvereinbarung unabhängig.
Microsoft will in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit 88 Prozent der Einnahmen von Yahoo-Websites und Yahoo-Partnersites als Kompensation für die zusätzlich erzielte Reichweite zahlen, so genannte “Traffic acquisition costs”. Zudem garantiert Microsoft in den ersten 18 Monaten nach der Implementation der Bing-Technologie für für den Revenue per Search.
Nach der Phase der Implementierung, die mit 24 Monaten angegeben ist, rechnet Yahoo mit einem Plus von 500 Millionen US-Dollar beim operativen Einkommen und weitere dreistellige Millionenbeträge durch das Sparpotenzial bei der Entwicklung.
Auf einer eigens eingerichteten Website sollen Geschäftspartner sich weitere Informationen besorgen können, bislang ist das Angebot dort aber noch dünn.



