Trotz EU-Regelung versuchen Gatekeeper Nutzer auf Webseiten und in Apps zu manipulieren, berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband, der dazu eine aktuelle Untersuchung präsentieren kann.
Durch manipulative Designs sollen Nutzer nach Einschätzung des vzbv unter anderem dazu gebracht werden, einer möglichst weitreichenden Zusammenführung personenbezogener Daten zuzustimmen, heißt es weiter. Seit dem 7. März 2024 soll dieses Vorgehen aber nach EU-Recht unterbunden werden, teilt der vzbv mit. Die Europäische Kommission müsse jetzt alle Regelungen des Digital Markets Acts (DMA) umgehend konsequent durchsetzen und bei fortlaufenden Verstößen Geldbußen verhängen.
“Gatekeeper wie Meta, Amazon, TikTok oder Google missachten die Brüsseler Vorgaben für digitale Märkte. Alle untersuchten Dienste nutzen weiterhin manipulative Designs, um an mehr Daten zu kommen”, sagt Ramona Pop, Vorständin des vzbv.
Alle untersuchten Gatekeeper erschwerten es den Nutzern, erteilte Einwilligungen in die Zusammenführung von Daten aus mehreren Diensten zu widerrufen. Um die Einwilligung zu erhalten, setzten alle untersuchten Anbieter manipulative Designs ein, teilt der vzbv mit. Manipulativ war unter anderem die optische Gestaltung der Nutzeroberfläche, die verwendete Sprache und der notwendige Aufwand, eine Datenzusammenführung individuell anzupassen. So spiele TikTok (ByteDance) gezielt mit der Sorge der Nutzer, das Angebot kostenpflichtig zu machen, wenn sie der Datenzusammenführung nicht zustimmen. Meta suggeriere in verschiedenen Diensten, dass die Einwilligung in die Datenzusammenführung allein eine Frage des Nutzungserlebnisses sei. Wenn Nutzer die Einwilligung verweigern, drohten zudem Nachteile. Dabei findet die Mehrheit der Verbraucher (79 Prozent), dass Webseiten nicht so gestaltet sein dürfen, dass dadurch Einfluss auf die Entscheidungen von Menschen genommen wird. Sieben von zehn Befragten (70 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass Unternehmen Daten grundsätzlich nicht zu Profilen zusammenfassen dürften, um personalisierte Werbung zu erstellen. Das ergab eine repräsentative forsa-Befragung für den Verbraucherreport 2024 des vzbv.



