Unsichere Kirche: Hacker lassen Domglocken läuten

Gegen zwei Uhr nachts haben Hacker die Glocken des Stephansdoms in Wien läuten lassen. Erst nach 20 Minuten konnte der Dompfarrer dem Spuk ein Ende bereiten.

In der Nacht zum 16. März gegen 2 Uhr rissen die Glocken des Stephansdoms etliche Anwohner aus dem Schlaf. Knapp 20 Minuten sollen die Glocken geläutet haben, bis Dompfarrer Toni Faber sie per Tablet abstellen konnte. Zunächst sei man von einem Computerfehler ausgegangen, erklärte der Geistliche. Dann habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich um einen Angriff auf die IT-Systeme des Stephansdoms gehandelt habe. Zuerst berichtete die österreichische Zeitung Kurier.

Demnach verschafften sich die Angreifer Zugang über eine Fernwartungsverbindung der Innsbrucker Glockenfirma. Ein Zugriff bestand wohl über entsprechende offene Ports der Firewall. Dies wurde dem Bericht zufolge mittlerweile behoben, die Glocken hängen nicht mehr direkt am Internet, sondern sind nur noch über ein Virtual Private Network (VPN) im internen Netz zu erreichen.

Zuvor hatten die Angreifer offenbar leichtes Spiel und konnten die Glocken über das Internet läuten lassen. Um exakt 2:11 Uhr ließen die Eindringlinge die elf Glocken des Festgeläutes im Südturm läuten. Darauf folgte das barocke Geläute im nördlichen Heidenturm.

Die Pummerin genannte, sechstgrößte schwingende Glocke der Welt habe jedoch nicht geläutet, da diese nicht über das Internet gesteuert werden könne, erklärte die Kirche dem Kurier. Um 2:34 Uhr sei der Spuk dann vorbei gewesen, sagte Faber, der dem Geläute ein Ende setzte.

“Wir entschuldigen uns bei allen, die dadurch geweckt wurden”, sagte ein Sprecher der Erzdiözese Wien. “Das soll nie wieder vorkommen.” Bereits vor einigen Jahren habe es einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem ein Blitzeinschlag die Glocken im Dom in Gang gesetzt habe, berichtet der Kurier.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben