Der Bremer Linux-Distributor Univention bringt auf seiner Partnerveranstaltung die neue Version seiner Software heraus, zeigt viel Neues und will die gute finanzielle Situation auch für seine internationale Strategie nutzen.
“Vieles ist neu, vieles ist besser”, so fasst Nico Gulden von Univention den neuen Corporate Server 3.2 zusammen. In seiner Keynote im historischen Ambiente der gotischen “Glocke” stellt er die Features vor. Die neue Version soll mit überarbeitetem GUI noch attraktiver geworden sein. SAML und Single-Sign-On machen die Administration auch Server- und Service-übergreifend einfacher und schneller. Neue Wizards führen den Admin durch die im Alltag eher seltenen Tasks wie das Anlegen neuer Objekte (User, Rechner, Gruppen) und der in 3.1 eingeführte App-Store ist ebenfalls verbessert und konsolidiert: Sowohl Univention- wie auch Third-Party-Software lassen sich jetzt hier installieren und verwalten.
Windows verliert auch im Unternehmen an Bedeutung
Auch wenn “Kunden berichten, dass bei ihnen die Windows-Plattform an Bedeutung verliert” (Nico Gulden, Univention), haben die Bremer die Active-Directory-Übernahme weiter verbessert, so dass Migrationen von Redmonds Serversystemen zum Enterprise-Linux schneller ablaufen und weniger Expertenwissen voraussetzen, erklärt der Hersteller. Samba 4 mache da einiges möglich, und Windows-Clients bemerkten nichts von der Übernahme – ein Admin muss an ihnen keine Eingriffe mehr vornehmen.
Glaubt man Gründer und Geschäftsführer Peter Ganten, dann geht es Univention sehr gut, Anfragen und Bestellungen kommen aus aller Herren Länder, meist über Empfehlungen von Kunden. Auch deshalb verbreitert der Distributor seine Basis. Nach den erfolgreichen Schweizer Projekten stehen jetzt Frankreich, Holland und nicht zuletzt die USA auf der Liste. Dort hat Univention erst kürzlich eine Inc. gegründet, in Boston, die den Weg in den amerikanischen Markt ebnen soll. Bestellungen kommen aber auch beispielsweise aus Indien.
Neun von zehn Kunden bleiben bei Univention
90 Prozent der Univention-Kunden erneuern ihre Subskriptionen übrigens jedes Jahr, ein Wert, den nur wenige Software-Firmen erreichen, erklärt Ganten während seiner Keynote, und nie zuvor haben seine Kunden so häufig den Source-Code des Univention Corporate Servers heruntergeladen wie derzeit.

“Die NSA-Affäre hat einen Paradigmenwechsel gebracht” Peter Ganten beim Univention Partner Summit 2014.
Wie jedes Jahr wagte Ganten auch einen Aus- und Überblick über Trends und Veränderungen auf dem IT-Markt. Native Windows-Anwendungen verschwinden, Webservices werden mehr und mehr. Im mobilen Segment löst Google mit Android gerade den Frühstarter Apple ab. Gleichzeitig verschwinden ehemalige Marktführer unfassbar schnell vom Markt. Nokia, Blackberry, Novell oder Sun können ein Lied davon singen, Microsoft und Apple würden das genau beobachten, meint Ganten.
NSA: Paradigmenwechsel
Die NSA-Affäre sorge für einen Paradigmenwechsel, ist sich der CEO sicher. Und trotz allem werden wir “mehr Cloud, mehr Mobile, mehr Social, mehr Big Data und weniger Windows” erleben. “Die einzige Antwort sei mehr Offenheit, und hybride Systeme.
Der Univention Partner Summit ist eine jährlich stattfindende, eintägige Veranstaltung. Mit rund 200 Besuchern kann Univention dieses Jahr mehr Teilnehmer verzeichnen als im vergangenen letztes Jahr.




