Eine repräsentative Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) unter deutschen Internet-Nutzern ab 18 Jahren hat ergeben, dass sich 84 Prozent Entschädigungen bei länger andauernden Störungen fordern.
Aus der von Kantar Emnid für die VZBV durchgeführte Umfrage geht ebenfalls hervor, das sich 76 Prozent wünschen, bei deutlich zu geringer Bandbreite ein Sonderkündigungsrecht zu bekommen oder weniger bezahlen zu müssen. Auch einen Tarifwechsel könnten sich 61 Prozent der Befragten vorstellen.
Deutschland ist laut den Angaben der Bundesnetzagentur beim Internetanschluss schlecht aufgestellt. Nur jeder achte Verbraucher erhalte laut der Breitbandmessung die maximale Bandbreite, die in seinem Vertrag stehe. Diesen schlechten Wert ergänzt eine Erkenntnis aus einer früheren Umfrage der VZBV, dass jeder dritte Nutzer wiederholt Probleme mit seiner Verbindung habe. Die Verbraucherschützer fordern die deutsche Bundesregierung deshalb zum Handeln noch innerhalb dieser Legislaturperiode auf.
“Die Bundesregierung darf Verbraucher hier nicht länger im Stich lassen und muss ihnen einfache Mittel wie Sonderkündigungs- und Minderungsrechte an die Hand geben. Die Mehrheit der Verbraucher wünscht sich solche Rechte”, sagt Lina Ehrig, Leiterin Team Digitales und Medien beim VZBV.
Weitere Ergebnisse der Umfrage: 70 Prozent der Befragten halten es für angemessen, wenn Anbieter Störungen des Internetanschlusses innerhalb eines Kalendertages beheben müssen. In anderen EU-Ländern haben Verbraucher solche Rechte bereits. In Großbritannien etwa werden Verbraucher pro Tag mit acht Pfund automatisch entschädigt, sobald der Service länger als zwei Tage ausfällt.



