Bereits vor einiger Zeit hat Canonical ZFS on Linux auf Patentprobleme überprüfen lassen und keine gefunden. Nun baut das Ubuntu-Projekt seine Pläne für ZFS on Linux aus.
Während Open Suse bereits seit geraumer Zeit auf Btr-FS setzt, könnte Ubuntu künftig ZFS on Linux (ZoL) für die Rootpartition verwenden. Entsprechende Pläne kündigt Entwickler Didier Roche in einem Blogpost an. Ubuntu empfehle ZoL bereits seit Ubuntu 16.04 als Dateisystem für LXC-Container, der Machine-as-a-Service-Dienst (MaaS) biete zudem seit einem halben Jahr experimentell an, Ubuntu mit ZoL als Root-FS auszurollen.
Anders als Ext4, das aktuell für die Rootpartition zum Einsatz kommt, ermöglicht ZoL Storage Pools, Klone und Snapshots des Dateisystems. Die Read-only-Snapshots speichern lediglich Veränderungen am Dateisystem und erlauben es, bei Problemen mit dem System auf eine ältere Version zurück zu kehren. Klone sind im Prinzip dasselbe, aber mit einer Schreiboption. Sie lassen sich aus einem Snapshot generieren.
Fest integriert
Nun will das Projekt einen Schritt weiter gehen. Als experimentelle Installer-Option soll Ubuntu 19.10 die Möglichkeit bieten, ZFS on Linux in Version 0.8.1 auf dem Root-Dateisystem zu installieren. Das bringt unter anderem Optionen zur nativen Verschlüsselung, Trimming-Support, Checkpoints, Accounting und Quota mit. Weitere Vorteile von ZoL bestehen laut dem Blogpost darin, dass es als Kernelmodul vorliege. Zudem habe sich rund um ZoL eine aktive Community gebildet, die ständig an dem Dateisystem arbeite.
Wie üblich, will Ubuntu ZoL nicht in seiner Rohform anbieten, sondern in einer an das Betriebssystem angepassten Variante. Die soll es für Nutzer möglichst einfach machen, das Dateisystem zu konfigurieren, ohne dafür ein allzu tiefes Verständnis von ZFS zu benötigen. Außerdem will Ubuntu sinnvolle Voreinstellungen für ZFS auswählen. So benötige ein Admin andere Features von ZFS als ein gewöhnlicher Nutzer. Ein Userspace Daemon namens “zsys” soll dabei helfen, ZoL einzurichten. Diesen und die Änderungen an Grub will Ubuntu dann Upstream zur Verfügung stellen, sobald sich der Code stabilisiert hat.
Stärker noch als Btr-FS lehnt sich ZFS on Linux an ZFS an, einem einst von Sun Microsystems entwickelten und nun zu Oracle gehörenden Dateisystem. In ihm kombinierte das Unternehmen Funktionalitäten von gewöhnlichen Dateisystemen mit solchen aus dem Logical Volume Management.





Wie “schön zu sehen” das Canonical sein altes Muster nicht vergessen hat und wieder einen Alleingang macht :-(
Btr-FS gabe es bei openSUSE 6.x schon optional, ist also gereift und gesichert. Der “normale” Anwender kennt doch noch nichtmal die Differenzen zwischen BTR-FS und ZoL – Perlen vor die Säue (ohne die User zu beleidigen)
Nimm mal Deine anti-Canonical-Brille ab! Ja Canonical macht Fehler, aber deshalb sollte man die Truppe nicht blind für alles runtermachen.
Gegen Alleingänge ist nichts einzuwenden, wenn der komplette Code offen bleibt, und ein purer Alleingang ist es in diesem Fall auch gar nicht wie der entsprechende Blog-Eintrag zeigt.
Wäre die Lizenzsituation bezüglich ZFS nicht so unklar gewesen hätten auch andere Firmen bzw. Distributionen vermutlich darauf gesetzt, zumal Btrfs meines Wissens viel später aufgelegt wurde und somit gewaltigen Rückstand hatte und in Sachen Zuverlässigkeit vermutllich auch heute noch hat.