In Heidelberg findet noch bis morgen abend die Ubucon statt. Die Community-Veranstaltung, die sich nicht nur an Ubuntu-Nutzer richtet, war gut besucht und hatte einige neue Gesichter zu bieten.
Mit bislang rund 150 Besuchern zählen die Veranstalter der mittlerweile 7. Ubucon etwas mehr Teilnehmer als im letzten Jahr in Berlin, wenn auch nicht so viele wie in der Hochphase der Ubucon vor einigen Jahren. Dennoch: Die fünf Vortragsräume sind gut gefüllt, es geht familiär zu. Veranstaltungsort ist das Gelände der privaten SRH Hochschule Heidelberg, nicht allzu weit vom Hauptbahnhof entfernt.
Die Vorträge und Workshops basieren in diesem Jahr verstärkt auf den im Vorfeld geäußerten Wünschen der Besucher. Die konnten online Themen vorschlagen, für einige fanden sich dann Referenten, erklärt Dominik Wagenführ. Er ist Hauptorganisator der diesjährigen Veranstaltung und in der Szene auch als Herausgeber von Freies Magazin bekannt. Eigentlich wollte er nur die Vorabtreffen leiten, dann fand er sich in Nachtarbeit bei der Organisation der Ubucon wieder.
Highlights: Ubuntu Touch und Firefox OS
Zu seinen Highlights bisher gehört die Vorstellung von zwei Smartphones mit Ubuntu Touch und Firefox OS, die auch bei den Teilnehmern auf reges Interesse stößt. Organisiert hat die Geräte Sujeevan Vijayakumaran, ein weiterer Organisator der Veranstaltung, der sich hauptsächlich um das Sponsoring und die Pflege der Webseite kümmerte.
Die Workshops und Vorträge richten sich wieder gleichermaßen an Einsteiger und fortgeschrittene Nutzer. Die Palette reicht von Einführungen in Gimp und Blender oder die Kommandozeile über Owncloud- und HTML-5-Workshops bis hin zur Programmierung eines Kernel-Moduls, das die RGB-LED auf einem Beagle Bone Black zum Blinken bringt. Die Sieger des Hacking Contest vom Linuxtag verrieten, welche Tricks sie benutzen, um ihre heimlich installierten Root-Shells auf den Rechnern der Gegner zu platzieren und ihre Spuren zu verwischen, etwa mit Hilfe spezieller Möglichkeiten des Mount-Befehls.
Junior, Senior, Veteranen
Auch die Bandbreite an Besuchern ist recht heterogen: Von Junior bis Senior sind alle Altersgruppen vertreten. Neben den Ubucon-Veteranen, die wie Freie-Grafik-Experte Sirko Kemter und Kwin-Entwickler Martin Gräßlin nicht unbedingt aus dem Lager der Ubuntu-Fans kommen, besuchen viele Teilnehmer die Veranstaltung zum ersten Mal. Wagenführ schätzt die Zahl der ihm bekannten Gesichter auf etwa 50 Prozent.
Neu dabei ist etwa Helmut Achenbach, ein 61-jähriger Rechtsanwalt, der Linux und freie Software seit Jahren in seinem Büro einsetzt und noch nach einer guten Buchführungslösung sucht. Auch Robert Kurz, ein 18-jähriger Schüler aus Heidelberg, der seit Jahren Ubuntu verwendet, besucht die Veranstaltung zum ersten Mal und würzte die Stadtführung am Freitagabend mit allerlei Anekdoten.
Zu Schaffen machen den Organisatoren die üblichen WLAN-Probleme: Neben einem Gerücht über einen Man-in-the-Middle-Angriff konnten einige der Referenten das Internet bisher nur eingeschränkt nutzen, weil allein Port 80 offen steht. Auch eine behindertengerechte Social-Event-Location würde sich Wagenführ wünschen, die gestrige habe man mehr oder weniger blind ausgesucht. Apropos Social Event: Das findet heute noch einmal um 20 Uhr im Café Villa in der Hauptstraße 187 statt. Wer will, kann dieses und auch die Ubucon spontan besuchen, denn auch am morgigen Sonntag finden noch eine Reihe von Vorträgen statt.






