Ein anonymer Twitter-User hat teilweise private Daten von Journalisten, Musikern, Youtubern und Bundestags-Politikern sämtlicher Parteien – mit Ausnahme der AfD – ins Netz gestellt. Twitter hat den Account inzwischen gesperrt.
Die Daten standen bereits seit Anfang Dezember auf Twitter, der Nutzer hat die Datensätze schubweise nach dem Vorbild eines Weihnachtskalenders veröffentlicht. Daneben gab es einen Link auf ein Blog, das mittlerweile aus dem Netz verschwunden ist. Eine größere mediale Aufmerksamkeit erhielt der Account allerdings erst gestern. Bis zum späten Morgen war er noch erreichbar, mittlerweile hat Twitter ihn gelöscht. Inzwischen beschäftigt sich laut BSI auch das nationale Cyber-Abwehrzentrum mit dem Fall.
Betroffene
Betroffen von dem Leak sind laut einem ARD-Bericht unter anderem Bundestags-Politiker aller Parteien bis auf die AfD. Auch Berliner und Brandenburger Abgeordnete zählen dazu, wieder mit Ausnahme der AfD. Während bei vielen nur die Handynummern online stehen, die vermutlich nicht wirklich geheim sind, gibt von einigen der Politiker Adressen, Geburtsurkunden, Namen der Kontakte, Rechnungen und Bilder von Ausweisen. Daneben verlinkte der Account auf Daten mit den Privatadressen von Künstlern, Youtubern, Journalisten und Moderatoren.
Politisch motiviert?
Zahlreiche der Datensätze, wie die von Jan Böhmermann, sind wohl bereits veraltet oder wurden nach Aussage des Managements bereits an anderer Stelle veröffentlicht. Es ist möglich, dass der oder die Hacker einfach die Daten vergangener Leaks eingesammelt haben. Neben dem Fehlen der AfD fällt auf, dass sich einige der vom Angriff Betroffenen gegen Rechts engagieren, etwa der Journalist Rayk Anders, der eine Dokumentation über rechtsradikale Trolle im Netz drehte. Auch Moderator Böhmermann hat mit seiner Bewegung Reconquista Internet den Zorn vieler Rechter auf sich gezogen.
Doch nicht alle Zielpersonen des Accounts sind politisch aktiv: Simon Unge gehört zur Gamerfraktion auf Youtube. Der oder die Angreifer hatten auch seinen Twitter-Account übernommen und die Links zu einem Blog mit den geleakten Informationen an dessen zahlreiche Follower gepostet. Dadurch geriet der Twitter-Account wohl am Donnerstag in den Fokus der Öffentlichkeit. Schon vor dem Dezember hatte der Account die Daten mehrerer Youtuber veröffentlicht.
Die Links zu den Daten zeigen dabei auf verschiedene, teils verschlüsselte, Pastebin-Dienste. Der Twitter-Account verwendet dazu den URL-Kürzungsdienst Bit.ly. Der erlaubt es den Erzeugern solcher Shortlinks auch, die Nutzung und die Nutzer dieser Links zu verfolgen.



Ich könnte mir vorstellen das die Daten vom Bundestag Hack 2015 kommen, da die AfD nicht dabei ist. Jetzt hat einer die Daten veröffentlicht und alle spielen die Überraschten. Aber was soll man von “unseren” Politikern schon erwarten die so Volksnah sind. Ich zitiere “die Leute da draußen”. Schon doof wenn man sich nicht mehr so sicher fühlen kann wie es das gemeine Volk schon seit einigen Jahren nicht mehr ist. Tja man sollte eben nicht jeden Messanger Cloud Hype mitmachen. Jetzt wird schnell die Gesetzes-keule geschwungen , denn was ich nicht beherrschen kann das verbiete ich dann mal. Tja… Mehr »
Zumindest bei den Politikern hält sich mein “Mitleid” in Grenzen – ich sehe den Vorfall mal als die “Steuer CD des kleinen Mannes”, denn wer ja “nichts zu verbergen hat”?!…ß) Bezeichnend hingegen finde ich die bereits aufkochenden Forderungen nach einem Ausbau des BSI zur staatliche Internetpolizei, die für “alle Internetnutzer in Deutschland” zuständig sei – was das BSI hat bereits heute schon tut und eigentlich eine Kompetenzüberschreitung darstellt, denn Aufgabe der Behörde ist der Schutz staatlicher / behördlicher IT – und allein dort schon hätte das BSI weit mehr als genug zu tun – spielt sich hingegen immer häufiger zur… Mehr »