In Kombination mit Clamav Version 0.96.1 laufen unerfahrene User der Linux-Rescue-CD Trinity Gefahr, ihr Windows XP-System unbrauchbar zu machen.
Bei Recherchen zu einem Artikel für die nächste Ausgabe des Linux-Magazins stellten DVD-Redakteur Thomas Leichtenstern und Linux-Magazin-Autor Norbert Graf fest, dass die seit letztem Montag verfügbaren Signaturdaten für den Open-Source-Virenscanner Clam AV in Verbindung mit der Trinity-Rescue-CD TRK systemrelevante Windows-Binaries als Viren erkannte, diese dem Anwender als infiziert und zum Löschen vorschlug (Abbildung 1). Wer hier unbedacht zustimmt, findet sich nach dem Scan vor einem unbrauchbaren, schlimmstenfalls sogar unbrauchbaren Windows-System wieder. Native Clamav-Installationen waren von dem Fehler nicht betroffen, so dass die Implementierung von Trinity in den Focus rückte.
Betroffen von dem Problem waren die Windows-Versionen XP mit Service Pack 2 und 3 sowie Windows Server 2003 ab SP 1.
Nach Rücksprache und umfangreichen Test zusammen mit Trinity-Maintainer Tom Kerremans konnten die Autoren das Problem durch ein Upgrade der Clam-AV-Version lösen. Der Fehler tritt bei Trinity auf, wenn die CD nach dem Start die Clam-AV-Version 0.96.1 aus dem Web nachlädt. Diese Version landete seit Anfang letzter Woche auf dem Live-System, seit heute (7.2.2011) abend hat Kerremans die neuere Version 0.96.5 in seinem zentralen Repository auf der Webseite aktiviert.
Damit tritt das Problem nicht mehr auf (Abbildung 2), an der genauen Ursache des Fehlers recherchiert der Maintainer noch.
Das Trinity Rescue Kit ist eine Linux-basierte Live-Distribution, die sich mit umfangreichen Wiederherstellungstools auch und gerade für defekte Windows-Rechner eignet. Zur Laufzeit lädt sie aktuelle Clam-AV-Versionen und Virensignaturen nach. In der Bitparade des nächsten Linux-Magazins testen sie die Autoren im Vergleich mit den Linux-Rescue-CDs von Kaspersky, Avira und F-Secure.






