Das Tor-Projekt protestiert gegen die Durchsuchungen der Zwiebelfreunde, einer deutschen Gruppe von Tor-Knoten-Betreibern.
Die Durchsuchungen der Zwiebelfreunde fanden laut einem Blogpost der Betroffenen am 20. Juni um 6 Uhr morgens in den Wohnungen von drei Mitgliedern des Vorstands statt. Auch der in Dresden registrierte Hauptsitz, ein Anwaltsbüro, sowie die Wohnung eines ehemaligen Vorstandsmitglied wurde durchsucht. Ebenso auf der Liste stand das Open Lab in Augsburg, einem klassischen Makerspace.
“Erschreckend, empörend und ungerechtfertigt”
Nun gibt es auch eine offizielle Stellungnahme des Tor-Projekts. Das lobt das von den Zwiebelfreunden unterstützte Torservers-Projekt ausdrücklich, denn das helfe, die wachsende Nachfrage nach privaten und zensurresistenten Zugriffen auf das Internet in den Griff zu bekommen. Die Durchsuchungen bei Moritz Bartl, Juris Vetra und Jens Kubiziel (der gelegentlich für das Linux-Magazin schreibt) seien “erschreckend, empörend und ungerechtfertigt” und man werde die Mitarbeiter weiterhin unterstützen, heißt es in einem Blogpost des Projekts. Zuvor hatte bereits der CCC gegen die Unverhältnismäßigkeit der Durchsuchungen protestiert, da die Durchsuchten offiziell nur Zeugen waren.
Hintergrund war ein Aufruf zu gewaltsamen Protesten bei einer AFD-Veranstaltung in Augsburg. Die Aufrufenden gaben als E-Mail-Adressen eine Riseup.net-Adresse an. Die Zwiebelfreunde sammeln seit Jahren Spenden für den alternativen amerikanischen E-Mail-Anbieter Riseup.net, der mit den Geldern Software-Entwicklung, Reisekosten und eine eigene Tor-Infrastruktur finanziert. Die Anwälte der Betroffenen gehen nun unter anderem wegen des unrechtmäßig beschlagnahmten Materials gegen den Einsatz vor.




