Das Tor Project hat seine Bilanz für das Jahr 2021 veröffentlicht. Wie in den Jahren zuvor bleiben US-Regierungsbehörden der größte Geldgeber des Anonymisierungsnetzwerks.
Rund 38 Prozent der Umsätze stammen aus Geldern der US-Regierung, heißt es im Jahresbericht. Das entspricht rund 2,8 Millionen US-Dollar. Das Tor Project steckt seit Jahren in der paradoxen Situation, dass manche Regierungsstellen und Geheimdienste das Netzwerk als schädlich ansehen und andere Stellen es fördern.
An zweiter Stelle der Geldgeber stehen, mit rund 2,6 Millionen Dollar oder rund 36 Prozent private Spender. 16 Prozent der Einnahmen 1,1 Millionen US-Dollar, stammen von privaten Stiftungen. Den größten Brocken bei den Ausgaben stellt der nicht näher ausgeführte Punkt Program Services dar, der laufende Betrieb verbraucht demnach 3,4 Millionen Dollar. Rund 292.000 Dollar sind für die Spendensammlung ausgegeben worden und 217.000 Dollar für die Verwaltung.
Für die Zukunft plant das Projekt, sich auf die veränderten Verhaltensweisen der Nutzer einzustellen, die mehr und mehr über Apps in Smartphones kommunizieren und dafür keinen Browser einsetzen. Es sei die Entwicklung eines neuen Tor Clients geplant, der als eine eigenständige Anwendung den Nutzer ermöglicht, den gesamten Datenverkehr des Telefons durch Tor zu leiten. Ein weiteres Ziel sei die Umstellung von Tor auf die Programmiersprache Rust. Derzeit sei Tor in C geschrieben, was prinzipiell unsicher sei. Die Umstellung auf Rust durch einen Rewrite sei deshalb das Ziel. Noch in diesem Jahr soll Arti 1.0.0 folgen, ein Rust-Rewrite von Tor.



