Die “Tooltipps Extended” von Linux-Magazin Online nehmen eines der im Linux-Magazin unter “Tooltipps” vorgestellten Tools näher unter die Lupe, indem sie Hintergrundinformationen zum Projektstatus und zum Hauptentwickler hinzufügen. Heute: das Festplatten-Diagnosetool Hdparm.
Steckbrief:
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Zweck: |
Festplatten-Tuning für die Shell |
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Lizenz: |
BSD |
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Alternativen: |
keine |
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Derzeit aktuelle Version: |
9.35 vom 19.10.2010 (Download) |
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Webseite: |
Bewertung: ****-
Mit Hdparm holt der Nutzer das Beste aus seiner Hardware heraus, erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit oder senkt den Geräuschpegel von schnell drehenden Platten. (Uwe Vollbracht)
Beschreibung:
Wer die Effizienz von SATA-, PATA- oder SAS-Platten optimieren möchte, greift am besten zu Hdparm. Das Tool erfasst die Festplattengeschwindigkeit und erlaubt es dem Anwender vor allem, die Treiberparameter einer Festplatte interaktiv zu beeinflussen. Auf diese Weise wechselt der Nutzer bei PATA-Festplatten beispielsweise den PIO-Modus oder schaltet den DMA-Transfer ein. Zudem bietet Hdparm Optionen, um das Powermanagement einer Platte einzustellen oder sie direkt in den Idle-Mode zu setzen. Das Tool steuert sogar das Automatic Acoustic Management moderner Platten und kann selbst mit den ATA Security Features umgehen.
Einige Hdparm-Optionen sind mit Vorsicht zu genießen. Um Datenverlust und andere böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt sich vor dem Einsatz unbedingt ein Blick in die Manpage. Kritische Optionen sind deutlich als »DANGEROUS« markiert. Außerdem sollte sich der Anwender in den Handbüchern von Controller und Festplatten vergewissern, dass die Hardware den gewünschten Parameter auch unterstützt. In jedem Fall ist es ratsam, vor dem Einsatz von Hdparm alle offenen Dateien zu schließen.
Alle mit Hdparm gesetzten Parameter sind flüchtig und nur bis zum nächsten Reboot aktiv. Um sie permanent einzuschalten, trägt der Anwender die Optionen für die jeweiligen Platten in die Datei »/etc/hdparm.conf« ein. (Uwe Vollbracht)
Hintergrund:
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Die in C geschriebene Software existiert seit 2005. Ihr Erfinder und Maintainer bis heute ist der Kanadier Mark Lord. Er beschäftigt sich seit 1992 mit Linux und gründete 1996 das Beratungsunternehmen Real-Time Remedies Inc, mit dem er weltweit Programmierung, Beratung und Support anbietet. Hdparm entstand als klassisches Nebenprodukt: Es war ein Debug-Tool, das aus der Beschäftigung mit dem frühen IDE-Subsystem von Linux erwuchs. Lord war vor David Miller (ab 2009), Bartlomiej Zolnierkiewicz (ab etwa 2003), Alan Cox (ab etwa 2001) und Andre Hedrick einer der ersten Linux-IDE-Maintainer und schrieb den frühen Linux-DMA-Treiber (Direct Memory Access, Direktspeicherzugriff). DMA ist Teil des ATA-Protokollstandards und regelt den Datenaustausch zwischen einer PATA/IDE-Festplatte und dem Arbeitsspeicher. In seiner Freizeit werkelt Mark Lord auch heute noch gern an den SATA-Controllern im Libata-Subsystem. |
Fünf Fragen an Mark Lord, Erfinder und Maintainer von Hdparm:
Linux-Magazin Online: Wo, wann und warum hast Du das Projekt gegründet?
Mark Lord: Wo: Hier in Ottawa, Kanada. Wann: Als ich das alte Linux-IDE-Subsystem schrieb, war Hdparm ein Testprogramm, das die neuen Treiber und Kommandos für verschiedene Festplatten ausprobierte. Warum: Das war noch in der Zeit, bevor IDE standardisiert war. An Linux IDE zu arbeiten bedeutete eine Menge Raterei, und Hdparm half sehr zu verstehen, wie das Ganze funktioniert.
Linux-Magazin Online: Wieviele Entwickler arbeiten derzeit an Hdparm?
Mark Lord: Nur ich. Aber ich bekomme Patches von so ziemlich jedem und verwende sie auch. Einige Leute, die besonders große Patches schicken, stehen im Changelog.
Linux-Magazin Online: In welcher Richtung geht es mit dem Projekt weiter?
Mark Lord: Hdparm wandelt sich langsam von einem Spielzeug zu einem mächtigen Diagnose- und Wartungswerkzeug. Das passiert aber langsam, weil ich nur ein paar Tage im Jahr daran arbeite.
Linux-Magazin Online: Wenn jemand Hdparm nützlich findet, wird er auch mögen …
Mark Lord: … das Skript Wiper.sh, das jetzt dabei ist. Es dient dazu, freien Speicher auf SSD-Laufwerken zu “frisieren”, und macht sie so schnell als wären sie neu. Es setzt auf Hdparm auf.
Linux-Magazin Online: Willst du nicht mal eine GUI für Hdparm schreiben?
Mark Lord: Nein, GUIs mache ich nicht. Aber ich glaube, jemand anderes hat mal eine geschrieben. Ich kann mich aber nicht an den Namen des Projekts erinnern.
- Hdparm ist ein Kommandozeilentool.
- Drivetweak wird nach Angabe der Sourceforge-Projektseite seit 2006 nicht mehr weiter entwickelt. Die letzte Version ist 0.9.9.1.
- Der Output in der GTK-Version sieht so aus…
- … der Output in einer KDE-Umgebung so.
- Drivetweak, ehemals Ghdparm, ist einer der raren Hdparm-GUIs.









