Systemd 234 erweitert Netzwerk-Komponente

Lennart Poettering hat eine neue Systemd-Version 234 angekündigt. Das Initsystem will künftig Meson als Buildsystem verwenden, daneben gibt es Erweiterungen für Unit Files und einige Optionen mehr für Systemd-networkd.

Zwei neue Schalter verbessern in Systemd 234 die Möglichkeiten von Unit Files. Die neue Option “JobRunningTimeoutUSec=” erlaubt es, einen Timeout für einen laufenden Job zu definieren, was laut der Ankündigung insbesondere im Umgang mit “.device”-Units helfen soll. Zugleich können Benutzer, die eine Systemd-User-Instanz betreiben, diese über zwei neue Schalter abhängig von der User- und Gruppen-Identität konfigurieren. Dazu gilt es, die Optionen “ConditionUser=” und “ConditionGroup=” in den Unit Files zu setzen.

Auch Systemd-Networkd haben die Entwickler einige neue Optionen spendiert, die vor allem Netzwerk-Admin gefallen dürften. Nach Bereichen aufgegliedert gibt es die neuen Optionen “FlowLabel=” (im Bereich [VXLAN]), “Priority=” (im Bereich [Bridge]), “GVRP=”, “MVRP=”, “LooseBinding=” und “ReorderHeader=” (in [VLAN]) sowie “GatewayOnlink=”, “IPv6Preference=” und “Protocol=” (in [Route]). Systemd 234 unterstützt zudem Links für das Generic Network Virtualization Encapsulation Protocol (Geneve), “.link”-Dateien kennen einen neuen Eintrag “Port=” und der DHCP -Support schließt nun auch Domain Search Lists ein.

Am IPv6-Support haben die Entwickler ebenfalls gearbeitet. Systemd 234 bringt Support für IPv6-Address-Label mit, die [Network]-Sektion kennt nun den Eintrag “IPv6ProxyNDP=”. Zudem lässt sich das neu implementierte, minimale Router-Advertisment-Protokoll dafür nutzen, IPv6-Adressbereiche zu verteilen. Die Konfiguration dafü gehört in den Bereich [IPv6Prefix] der “.network”-Konfiguration.

In Systemd-resolved lässt sich der MulticastDNS-Support ein und ausschalten. Internationalisierte Domainnamen lassen sich experimentell mit der Libidn2 verarbeiten. Systemd-logind behält seinen Zustand auch über einen Neustart hinaus. Um ihn nicht zu verlieren, lagert es die Dateideskriptoren für die verwalteten Geräte über den “FDSTORE=”-Mechanismus im Systemmanager aus. Das könne auch Auswirkungen auf andere Software wie beispielsweise X.org haben, schreibt Lennart Poettering.

Nicht zuletzt kann “sd-boot” nun Images über Shim und Mok (Machine Owner Key) validieren, geht “systemd-mount” intelligenter mit Umounts um, kennt “machinectl pull-tar” nun auch Suses “.sha256”-Checksummen-Notation. Zu den weiteren Änderungen an Systemd 234 gehört der Wechsel weg von Automake und hin zu Meson. Aktuell lässt sich Meson parallel verwenden, beim nächsten Systemd-Release soll es Automake ablösen. Weitere Details zur neuen Version liefert die anfangs verlinkte Ankündigung, herunterladen lässt sich die Software auf Github.

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Michael
8 Jahre her

Das maximale U-Boot im Linux, schämt euch

Deepee Ayadges
8 Jahre her

Seit systemd 228 bootet mein openSuSE in etwas unter 3 Sekunden (statt 25 bis 40 Sekunden mit klassischem SysV Init). Ich kann nachfühlen, dass manche Hardliner wie Michael hier Probleme mit der systemd-Architektur und den systemctl-Kommandos haben, aber das System macht was es soll, und das unglaublich effizient und robust.Sogar mit PulseAudio habe ich durchwegs gute Erfahrungen gemacht, z.B. beim Routing von Signalquellen und der Aufnahme mit Audacity.Dank an Linux Magazin für all die informativen Artikel!

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