In Berlin ist die erste Sustainable IT, eine zweitägige Fach-Konferenz zu Themen rund um nachhaltige IT gestartet.
Die Berliner Kalkscheune beherbergt die Konferenz Sustainable-IT bei der Experten aus verschiedenen Bereiche zu Nachhaltigkeit in der IT-Wirtschaft informieren und diskutieren.
Zu den Kernthemen zählen Globalisierung und Bildungschancen in der dritten Welt, und Umweltschutz und grüne IT. Sugata Mitra, Professor für Bildungstechnologien berichtete über ein kleines Projekt, das er in Indien initiiert hat. Er und sein Team bauten einen Rechner mit Internetanbindung in einer armen Vorstadtregion auf. In den folgenden Monaten konnten sie beobachten, wie die Kinder der unterentwickelten Region von allein und selbstständig den Umgang mit dem Computer erlernten. Als Ergebnis des Experiments hält er fest, dass mit einfachen Mittel die Kenntnisse von Kindern in Entwicklungsregionen verbessert werden können. Nach seiner Rechnung genügen rund drei US-Dollar pro Tag, um solche Projekte zu betreiben.
Zum derzeit populären Komplex “Grüne IT” informierte Bernd Heinrichs vom Unternehmen Cisco Systems, einem der Partner der Sustainable-IT. Die Informationstechnologie verursache weltweit rund zwei Prozent der CO2-Emissionen. Handlungsbedarf für verstärkten Umweltschutz bestehe deshalb in der gesamten Branche. In seiner Keynote vertieft er das Thema. Eines der wirksamsten Mittel zur Senkung des Energiebedarfs sieht Heinrichs mittels Netzwerken und Virtualisierung. Dezentrale Strukturen und asynchrone Kommunikation sieht Heinrichs als Zukunft der IT an. Als Beispiel führt er die Nutzung von so genannten Tele-Presence-Systemen an. Diese netzwerkbasierten Videokommunikationssysteme hätten die Notwendigkeit von Geschäftsreisen um gut 20 Prozent verringert, sagte Heinrichs. Ein Nebeneffekt sei die Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter, die dank der Technologie auch von zu Hause aus arbeiten konnten.
Einer der beiden Veranstalter des Kongresses ist die Berliner Newthinking Store. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Open Source und freie Software zu fördern und auch dem Endverbraucher grüne IT näher zu bringen. Bildung und Ausbildung rund um neue Technologien und IT bietet die Amina-Stiftung, dem zweiten Veranstalter der Konferenz. Sie organisiert Projekte an Hochschulen um zukünftige Verantwortungsträger mit derzeitigen zusammenzubringen.




