Gerald Pfeifer, CTO beim Linux-Spezialisten Suse hat auf der Mailingliste von Opensuse eine engere Verzahnung der Distributionen Suse Linux Enterprise (SLE) und Opensuse Leap vorgeschlagen.
Pfeifer spricht in seiner Nachricht an die Opensuse-Liste von einer Idee namens Closing the Leap Gap. Darin enthalten sei eine engere Verbindung der Entwickler-Communities, Opensuse Leap soll eine Entwicklerplattform für Communities und Industriepartner sein, so Pfeifer. Aus der Zusammenarbeit sollen SLE und Leap gleichermaßen profitieren, SLE durch die schnellere Entwicklung bei Leap, Leap wiederum durch den stabilen Enterprise-Code. Die Codebasis von Leap und SLE werde für diesen Zweck nicht nur die Quellen teilen, es werde dann auch SLE-Binaries für die eine Aufnahme in Leap geben.
Pfeifer schlägt drei Schritte vor, für die im Hintergrund bereits einige Vorbereitungen seitens Suse gelaufen seien. Als erstes gelte es, die Codebasen von Leap 15.2 und SLE 15 SP2 soweit wie möglich zu vereinen. Suse habe dafür bereits Aufräumarbeiten gestartet. Parallel zu dieser Aktion soll es dann als zweiten Schritt einen Ableger von Opensuse Leap 15.2 mit SLE-Binaries geben. Pfeiffer schlägt dafür als Zeitfenster der Veröffentlichung den Oktober 2020 vor. Abschließend solle es dann ein Opensuse Leap 15.3 mit standardmäßig enthaltenen SLE-Binaries geben.
Pfeifers Mail an die Opensuse-Liste enthält auch eine kurze Fragerunde mit verantwortlichen von Suse und Opensuse. Suse-Entwicklungsschef Thomas di Giacomo unterstreicht die wichtige Rolle der Community und das unbedingte Festhalten von Suse an den Prinzipien von Open Source. Der Leiter des Produktmanagements für den Linux Bereich, Matthias Eckermann, von dem die Idee zum Closing the Leap Gap stammt, nennt die Notwendigkeit einer tieferen und zugleich offeneren Zusammenarbeit als Hauptgrund. Es gehe zwischen den Entwicklern viel Potenzial verloren, so Eckermann. Die Idee zum Closing the Leap Gap sei mit dem Opensuse-Vorstand besprochen worden, bevor es bei Suse aufs Tapet gebracht worden sei, so Eckermann. Ein FAQ im Opensuse-Wiki erläutert weitere Aspekte. Der Vorschlag wird derzeit auch auf den Mailinglisten bei Opensuse diskutiert.



