Mit Open-Source-Software kann die neue amerikanische Regierung Geld sparen und die Sicherheit erhöhen, rät Sun-Gründer Scott McNealy.
Laut BBC hat die Obama-Administration Scott McNealy, der Chairman und Ex-Chef von Sun Microsystems, darum gebeten, eine Stellungnahme zum Einsatz von Open-Source-Software in der Regierung abzugeben.
Wer genau McNealy gefragt hat, geht aus dem BBC-Artikel nicht hervor. Auf Anfrage der LinuxCommunity teilte sein PR-Berater aber mit, McNealy habe sich im letzten Jahr mit “Mitgliedern der Gruppe für technologischen Wandel innerhalb der Obama-Administration” getroffen und diesen auch die Vorschläge unterbreitet.
Der Ex-Chef von Sun warnte die neue Regierung davor, sich auf einen einzigen Anbieter bzw. ein Softwareunternehmen festzulegen. Open Source Software würde die Sicherheit verbessern, Software mit besserer Qualität liefern, weniger kosten und zuverlässiger arbeiten.
Grund für die Anfrage könnte unter anderem sein, das Obama den Regierungshaushalt “Zeile für Zeile” durchackern will, um verschwenderische Ausgaben einzuschränken. Zudem versprach er bereits während des Wahlkampfes eine offene und transparente Regierung. Auch die Technologie-Agenda auf der Webseite des Weißen Hauses verspricht unter anderem, die “Regierung für die Bürger zu öffnen” – und das mit neuester Technologie.
Die Open Source Initiative (OSI) unterstützt den Vorstoß von McNealy. “Es ist ein Unfall der Geschichte, dass sich proprietäre Standards so früh etabliert haben”, schreibt OSI-Präsident Michael Tiemann, der zugleich auch Vizepräsident von Red Hat ist. Er schätzt den globalen Verlust durch proprietäre Software” auf mehr als 1 Billion US-Dollar pro Jahr.” Die Technologie-Consulting-Firma Gartner sieht das etwas differenzierter: “Erwarte nicht, mit Open Source Software – oder irgendeiner Technologie – automatisch Geld zu sparen ohne effektives Finanzmanagement”, warnt Gartner-Analyst Mark Driver.
Ob McNealys Anregungen letztlich einen Effekt auf die Technologie-Entscheidungen der neuen amerikansichen Regierung haben, muss sich noch zeigen. Laut Webseite des Weißen Hauses hat man jedenfalls Großes vor: Zukünftig soll die Kommunikation mit den Bürgern verbessert und die Transparenz und Partizipation erhöht werden.


