Sun will Network Appliance aus dem Markt klagen

Sun Microsystems will im Laufe dieser Woche Klage gegen Network Appliance einreichen und formuliert als Teilziel, dass die Firma ihre Produkte vom Markt nimmt.

Dem Streit vorausgegangen war eine Klage von Network Appliance gegen Sun Anfang September wegen Verletzung geistigen Eigentums. Glaubt man Sun-Chef Jonathan Schwartz, sollte damit das konkurrierende Sun-File-Systems ZFS ausgeschaltet werden. Net-App-Gründer Dave Hintz hingegen stellte die Klage in seinem Blog als Reaktion auf einen vorausgegangen Versuch von Sun dar, von Lizenzgebühren in Millionen-Dollarhöhe einzufordern. Der aktuelle Patentstreit dreht sich um das ZFS-File-System, das Sun im Rahmen seiner Open-Solaris-Strategie freigegeben hatte (Linux-Magazin Online berichtete). Daher sieht Suns Chief Executive Officer (CEO) unmittelbare Zusammenhänge mit Angriffen auf Open Source und betitelt seinen aktuellen Blogeintrag sinngemäß: “Von einem Troll kassieren” (Harvesting from a Troll). Mit der Klage verbindet er das Versprechen, die Einnahmen hieraus der Open-Source-Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen.

“Später diese Woche werden wir unser Verteidigungsportfolio nutzen, Network Appliance antworten und eine umfassende Gegenklage anstrengen. Als Teil dieser Klage verlangen wir eine dauerhafte gerichtliche Verfügung, dass sie alle ihre Filer-Produkte vom Markt nehmen”, kündigt Schwartz an, und weiter: “Hierzu untersuchen wir die Original-NFS-Lizenzen, auf das Geschäft von Network Appliance gegründet ist.” Dieser Ankündigung vorausgegangen ist nach Schwartzs Angaben ein Gesprächsversuch mit dem Net-App-Chef Dan Warmenhoven. Denn eigentlich habe er “kein irgendwie geartetes Interesse”, das Unternehmen zu verklagen. Das Ergebnis sei jedoch untragbar: Zum einen habe Net App verlangt, ZFS von der Open-Source-Gemeinschaft zurückzuziehen. Das sieht Schwartz als populären Irrtum eines proprietären Unternehmens: “(sie glauben) dass man etwas “unfrei” machen kann, das man “freigegeben” hat. Das kann man nicht.” Auch die zweite Forderung von Net App hlt der CEO für unerfüllbar: Net App habe verlangt, dass Sun das Einsatzfeld von ZFS auf Computer beschränkt und den Einsatz in Speichergeräten unterbindet. Diesen Gedanken findet Schwartz “belustigend” und führt aus, dass nach seiner Definition Computer Speichergeräte sind und umgekehrt. Daher scheidet für ihn auch diese Lösung aus.
Für den Fall, dass die Klage und die Lizenzforderungen vom Gericht erfolgreich beschieden werden, kündigt Schwartz der Open-Source-Community Spenden an: “Wir werden erhebliche Entschädigungssummen einklagen. Und ich verspreche, dass Sun die Hälfte der Einnahmen daraus an die führenden Institutionen geben wird, die sich für Freie Software und eine Patentreform einsetzen”, schreibt Schwartz und nennt als Spendenempfänger explizit das Software Freedom Law Center und das amerikanische Peer-to-Patent-Projekt. Er betont, dass er Sun in einer Reihe mit Open-Source-Unternehmen wie MySQL und Red Hat sehe, und sagt, dass das hauseigene Patentportfolio nur defensiv eingesetzt werden soll.
Mit seiner Ankündigung setzt er den Open-Source-Kurs fort, den er seit seiner Ernennung als CEO verfolgt und den er immer wieder öffentlich verteidigt (wir berichteten). Er gibt zu, dass dies bei Sun nicht immer so war und meint, dass er aus der Vergangenheit heraus die Haltung NetApps verstehen könnte: “Zu Beginn, als Linux ins Bild kam in Suns Kernmarkt, gab es hier auch einige, die fragten, ‘wen können wir verklagen?'” Heute sieht er Sun als Teil der Open-Source-Gemeinschaft und versichert Kunden und Open-Source-Anwendern, die hieraus resultierenden Rechte und Lizenzen gegen Angriffe zu verteidigen

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