Sun-Quartalsbericht: Leichter Umsatzanstieg - doppelter Gewinn

Sun Microsystems meldet für sein zweites Quartal 2008 nur einen geringen Umsatzanstieg, konnte aber die Gewinne im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.

Sun veröffentlicht die aktuellen Zahlen sein zweites Geschäftsquartal 2008, das mit dem 30. Dezember 2007 zu Ende gegangen ist. In den letzten Monaten des Jahres 2007 machte das Unternehmen 3,615 Milliarden US-Dollar Umsatz, im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 3,566 Milliarden ist dies ein verhältnismäßig geringer Anstieg um 1,4 Prozent. Suns Chief Executive Officer CEO Jonathan Schwartz erklärt dies in seinem Blog mit veränderten Abrechnungsmethoden: “Umsätze fließen erst dann ein, wenn die Produkte an den Endkunden verkauft sind, nicht wenn wir eine Bestellung eines Partners ausführen, der an Endkunden verkauft.” Der Bruttogewinn im zweiten Quartal 2008 beläuft sich auf 260 Millionen US-Dollar, pro Anteil sind dies 0,31 US-Dollar. Verglichen mit dem Vorjahresquartal mit 133 Millionen US-Dollar bzw. 0,15 US-Dollar pro Aktie ist das rund doppelt so viel. Für die “aufstrebenden Wirtschaftsländer” Indien, China und Latenamerika spricht Schwartz von zweistelligen Wachstumsraten, und er verweist darauf, dass der Gesamtumsatz für Produkte und Dienstleistungen um 24 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Zufrieden konstatiert er “ein sehr gesundes Wachstum.” Zu der guten Umsatzentwicklung beigetragen hat Suns UltraSPARC-Plattform, mit 285 Millionen US-Dollar doppelt so viel wie im Vorjahr. Unzufrieden äußert sich Schwartz über die Umsätze der x64-Plattform, er hofft jedoch auf eine Belebung des Geschäfts mit neuen Intel-Angeboten und Blade-Rechnern.

Als strategische Höhepunkte nennt Schwartz den Start der hauseigenen Virtualisierungslösung Sun xVM mit dem xVM Ops Center und eine Kooperationsvereinbarung mit Hardware-Hersteller Dell. Ähnlich wie bereits IBM und Intel will auch Dell Server und Blade-Rechner mit dem Sun-Betriebssystem Solaris ausliefern. Wachstumspotential sieht Schwartz bei High-End-Systemen und leistungsfähigen Speichersystemen auf Tapes. Zur aktuellen Wirtschaftslage mag der sonst so gesprächige Sun-Chef kein Urteil abgeben. “Nachdem ich meine ersten Studienjahre damit verbracht hab, diese trübselige Wissenschaft zu studieren, kann ich voller Zutrauen sagen: Keiner weiß es sicher.”

Der Kauf des Open-Source-Unternehmens MySQL vor zwei Wochen für eine Milliarde US-Dollar wird sich erst im nächsten Quartalsbericht niederschlagen. An der strategischen Bedeutung für das Unternehmen lässt Schwartz jedoch in einem früheren Blogeintrag keinen Zweifel: Er beschreibt, wie er den MySQL-Chef Mickos fünf Jahre lang umworben hat, und ist sicher, dass sich der Kauf lohnen wird. “Wir machen Geld mit Dienstleistungen, Support und Infrastruktur. MySQL hat ein großes Geschäft, das sehr schnell wächst.” Schwartz glaubt, dass die Integration der 400 MySQL-Mitarbeitern in den Konzern reibungslos laufen wird und sieht umfangreiche Synergien. Auf die Frage nach möglichen Änderungen betont er, dass an der bisherigen Open-Source-Strategie des Datenbankanbieters nichts ändern will. “Wir kaufen sie nicht, um ihnen zu sagen, was sie tun sollen. Wir kaufen sie, um ihnen zuzuhören.”

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