Einer aktuellen Studie von Techconsult zufolge spielt Linux derzeit nicht einmal bei jedem fünften mittelständischen Unternehmen eine Rolle.
Befragt wurden hierzu kaufmännische Entscheidungsträger in insgesamt 200 Unternehmen mit 20 bis 500 Mitarbeitern, so genannte kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Die Frage, ob Linux als Betriebssystem beispielsweise auf Servern eine Rolle spielte, bejahten nur 17 Prozent der Befragten. Laut den Analysten nimmt das Interesse an Linux hierbei mit der Größe des Betriebes zu. Bei Betrieben mit 200 bis 499 Mitarbeitern nannten 28 Prozent das freie Betriebssystem als wichtig, bei 100 bis 199 Mitarbeitern waren dies noch 21 Prozent. Besonders schlecht vertreten ist Linux nach dieser Umfrage in Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern; hier setzt nach Angaben der Kaufleute nicht einmal jeder zehnte Betrieb Linux ein. Laut TechConsult bestätigt dies das Ergebnis vorheriger Untersuchungen, wonach vor allem in großen Unternehmen das freie Betriebssystem zum Einsatz kommt. Auch in der zukünftigen Entwicklung der Unternehmens-IT glauben nur 15 Prozent, dass Linux für ihren Betrieb wichtiger werden könnte. Hier allerdings liegen die Kleinsten mit 20 bis 49 Mitarbeitern am weitesten vorn: Immerhin jeder fünfte glaubt, dass Linux künftig wichtiger für seinen Betrieb werde.
Diese Ergebnisse stehen laut den Marktforschern im Widerspruch zu anderen aktuellen Erhebungen, bei denen sie statt der kaufmännischen Leiter die IT-Leiter mittelständischer Unternehmen befragt hatten. Hiernach liegt der tatsächliche Einsatzgrad bei mehr als 30 Prozent. Diese Diskrepanz lässt Techconsult zu dem Schluss kommen, dass die kaufmännischen Entscheider häufig nicht wüssten, welche Betriebssysteme auf den hauseigenen Servern laufen. Nach aktuellen Erkenntnissen der Analysten sind die IT-Landschaften stark heterogen. Linux werde von den IT-Verantwortlichen häufig für Infrastruktur-Funktionalitäten eingesetzt, beispielsweise als Web-, File- und Print-Server. Dies sei nicht auf Anhieb erkennbar für die kaufmännischen Entscheider. Aus den Aussagen schließt TechConsult außerdem, dass es noch ein lange dauern könnte, bis Open-Source-Lösungen auch im Bewusstsein weniger technik-affiner Mitarbeiter eine Alternative zu proprietären Systemen darstelle.
Die Studie “IT im Mittelstand” entstand im Auftrag von IBM, Microsoft, SAP und T-Systems und deckt nach Aussagen der Analysten rund 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen Deutschlands ab.



