Die Stiftung Warentest muss nach peinlichen Fehlern in einem Test von E-Mail-Anbietern das einschlägige Heft aus dem Verkauf zurückziehen.
Beschwert hatte sich einer der Testsieger, der Anbieter Posteo, der zunächst eine Richtigstellung zahlreicher nachweislicher Falschaussagen der Stifftung forderte. So hatten die Redakteure offenbar die Implementierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Posteo nicht verstanden, machten unkorrekte Aussagen zur Verschlüsselung der Mails, ignorierten eine von Posteo angebotene Umzugshilfe und wählten mindestens missverständliche Formulierungen in Bezug auf die Initiative “E-Mail made in Germany”.
Inzwischen ist online eine korrigierte Fassung des Testberichts erhältlich, bei der sogar Überschrift und Vorspann geändert werden mussten, was Posteo aber nicht ausreicht. Nach der gerichtlichen Niederlage gegen den Schokoladen-Hersteller Ritter ist das ein weiterer GAU für die Warentester, der ihren guten Ruf nachhaltig untergräbt.




Eine Bewertung von EMailprovidern mit Anspruch auf allgemeine Gültigkeit ist schon prinzipbedingt zum Scheitern verurteilt, weil die Bandbreite an Bedarfen, Nutzung- wie Anforderungsprofilen von Emailanwendern mindestens ebensoweit verschieden ausfallen wie die am Markt befindlichen Angebote. Das ausgerechnet die großen “Kostenlos”anbieter wie “selbstverständlich” überhaupt in die Auswahl solcher Tests gelangen (und dabei auch noch Bestnoten abkassieren) deutet auf eine recht verschmalerte, vielleicht sogar ein Stück weit naive Sichtweise der Tester. So überlege ich gerade, welch “Freude” es für ein größeres, auf Email angwiesenes, Unternehmen sein dürfte, einem dieser Anbieter seine Mailkommunikation zu überlassen.