Mark Shuttleworth kündigt in seinem Blog die Alpha-Version von Snappy an, ein minimales Ubuntu-Image für Server, das komplett auf Debians Paketsystem verzichtet und Apps stattdessen voneinander isoliert und als Diffs ausliefert.
Eine erste Version von “Snappy” lässt sich bereits über Azure als Betaversion testen oder in einer KVM-Umgebung starten. Ubuntu Core gibt es schon länger, doch für Snappy haben es die Entwickler mit spannenden Neuerungen ausgestattet, über die Ubuntus Gründer Mark Shuttleworth in seinem Blog berichtet. Es ist die erste größere Ankündigung seit dem Announcement von Ubuntu Phone, wobei Snappy laut Shuttleworth von den Entwicklungen rund um Ubuntu Touch profitiere.
Das Ubuntu-System von Snappy verwende die Kern-Pakete von Ubuntu und halte die Komponenten und Anwendungen des Systems in Read-only-Containern vor. Updates funktionieren transaktional über Diffs, nicht über Pakete. Da sich das darunterliegende System nicht verändere, können Entwickler absolut sicher sein, dass ihre Updates auf allen Snappy-Instanzen funktionieren oder diese zur Not einfach zurücknehmen. Das System orientiere sich dabei an Core OS oder Atomic, einer transaktionalen Variante von RHEL.
Anders als Fleet von Core OS ziele man aber auf einen deutlich kleineren, sichereren Kern und wolle als Basis für Container-Frameworks wie Docker dienen. Und anders als Atomic können Admins über digitale Fingerprints alle Komponenten des Systems abgleichen, weil Ubuntu ein einziges Repository für Frameworks und Pakete anbiete.
Die Isolation der Apps voneinander sorge dafür, dass ein Angreifer, der die Sicherheitslücke einer App ausnutzt, nicht auf die Daten anderer Apps zugreifen kann. Zugleich können Entwickler ihre Apps mit neueren Bibliotheken bündeln und werden somit unabhängig von Ubuntus Release Schedule. Anstelle von tausenden Ubuntu-Paketen auf dem Server bietet Snappy pro Anwendung oder Framework ein Paket an.
Shuttleworth schätze, eine durchschnittliche Cloud-Installation werde daher lediglich drei Pakete benötigen und hofft nun, dass schon bald zahlreiche der Github-Projekte eigene Snappy-Pakete anbieten.




