Im Schweizer Parlament hat sich offenbar auf Betreiben der Anwendervereinigung /ch/open eine sechsköpfige Abgeordnetengruppe zusammengefunden, die offene Software und Standards voran bringen will.
Die neue “Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit” ist eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe aus sechs Schweizer Abgeordneten. Sie plant während des Sommers mehrere Initiativen, um quelloffene Software und offene Standards in Wirtschaft und Verwaltung voran zu bringen. Als Vorschläge wurden bei der Gründungsveranstaltung zum Beispiel Studien zur Kostenersparnis und zur Auftragsvergabepraxis im Parlament genannt.
Die Arbeitsgruppe entstand am 27. April bei einem Abendessen, augenscheinlich binnen 60 Minuten zwischen Aperitif und Hauptgang: Als das eigentlich Wichtige erscheint, dass Matthias Stürmer die Abgeordneten zusammen an einen Tisch bekommen und tatsächlich eine parlamentarische Gruppe in die Wege geleitet hat. Der Betriebswirtschaftler und Informatiker ist seit 2005 Vorstand der 1982 gegründeten Schweizer Open System User Group (/ch/open), die Open Source in der Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung fördert. Er fungiert als Sekretariat der Arbeitsgruppe und machte ihre Entstehung ins einem Blog öffentlich.
Der Blogeintrag verlinkt die Handvoll bisherige Initiativen des Schweizer Parlaments, etwa in Form von Anfragen nach hohen IT-Kosten oder der Linux-Strategie des Bundes. Die Dokumente reichten bis ins Jahr 2001 zurück. Die Folien des Vortrages, die Stürmer auf der Gründungsveranstaltung hielt, sind hier als Slideshow in die Webseite eingebunden und beschreiben Status Quo und den Verlauf des Abends.



