Nicht nur die Stadt München setzt in der Verwaltung Linux ein, auch die Spanier vertrauen seit ein paar Jahren dem freien Betriebssystem in der Verwaltung und im Bildungssektor. Wie Joinup berichtet, hat die Stadt Saragossa nun im Laufe des Sommers im Stadtrat erste Linux-Rechner von AZLinux2 auf AZLinux12 umgestellt.
Was zunächst nach einem Versionswechsel klingt, ist laut dem Open Source Observatory zugleich ein Distributionswechsel: Während AZLinux2 auf Open Suse 11.2 basierte, fußt AZLinux12 auf Ubuntu 12.04 LTS. Für Eduardo Romero, den IT-Spezialisten, der in Saragossa die Desktop-Migration betreut, war der Long Term Support von Ubuntu der ausschlaggebende Grund für die Umstellung. Open Suse bietet zwar Evergreen-Versionen an, welche die Patch-Versorgung einiger Open-Suse-Versionen über die Laufzeit hinaus verlängern, diese erhalten aber keinen offiziellen Support.
Zur Zeit läuft ein Viertel der Rechner in Saragossas Stadtrat auf Linux, insgesamt 800 von 3200 Computern. Eine Testgruppe von 80 Rechnern wurde nun auf AZLinux12 umgestellt, die restlichen 720 sollen in den nächsten Monaten folgen. Anschließend will man jene PCs umstellen, auf denen “noch das ein Jahrzehnt alte proprietäre Betriebssystem” laufe.
Saragossa setze seit 2005 zunehmend freie Software ein, berichtet Romero. Zunächst wurden der Browser Firefox und der Mail-Client Thunderbird sowie der Multimedia-Player VLC auf sämtlichen 3200 PCs installiert. 2007 kam dann Open Office hinzu, das kürzlich durch Libre Office ersetzt wurde und nun auf allen PCs der Stadt läuft. Daneben nutzt Saragossa Gimp, Inkscape, Pdfsam (um PDFs zu bearbeiten), Brasero (zum Brennen von CDs), Kdenlive (Videoschnitt) sowie Evince zum Anzeigen von PDFs.




