Richard Stallmans GNU-Projekt wird 25

Am 27. September 2008 feiert das GNU-Projekt seinen 25. Geburtstag. Mit dem GCC und der Bash schuf GNU wichtige Voraussetzungen für heutige Linux-Distributionen. Als Auftakt der Feierlichkeiten filmte das Projekt den britischen Schauspieler Stephen Fry beim Räsonnieren über freie Software.

Die Free Software Foundation (FSF), die eng mit dem GNU-Projekt verwoben ist, hat als Auftakt für einen ganzen Feier-Monat den Kurzfilm “Happy Birthday to GNU” gedreht. In dem fünf Minuten langen Film referiert der britische Komiker und Schriftsteller Stephen Fry trockenen Humors über die Geschichte des GNU-Projekts und über freie und proprietäre Software. Das gesprochene Essay flankieren Bilder zum Beispiel uralter Rechner und Richard Stallmans mit Flöte.

Bis zum 20. September, dem Software Freedom Day, und bis zum 27. September, dem GNU-Geburtstag, will die FSF anlässlich des Jubiläums noch weitere Beiträge zu freier Software veröffentlichen. Sie sollen jedoch nicht nur reflektieren, kündigt der FSF-Geschäftsführer Peter Brown an: Das Fry-Video und die folgenden Aktionen sollen ein Appell sein, weiterhin proprietäre Software von den Anwender-Rechnern zu verdrängen.

Hintergrund des Jubiläums ist der 27. September 1983, an dem Richard Stallman das GNU-Projekt via Mailingsliste und dem Subject “New Unix Implementation” ins Leben rief. Zu der Zeit arbeitete Stallman seit 12 Jahren in der Abteilung für künstliche Intelligenz am Massachusetts Institute of Technology (MIT). In seinem 13. MIT-Jahr kündigte er seinen Job, um vollzeit an dem neuen GNU-Projekt zu arbeiten. 1985 gründete Stallman dafür die Free Software Foundation, die das GNU-Projekt von Anfang an unterstützte und heute unter anderem ein GPL-Compliance-Lab und eine Software-Datenbank unterhält.

1992 stellte Linus Torvalds den Linux-Kernel unter die vom GNU-Projekt erarbeitete und von der Free Software Foundation veröffentlichte GNU General Public License. Seitdem bildete der Linux-Kernel zusammen mit den vom GNU-Projekt entwickelten Tools und Software das Betriebssystem Linux. Das GNU-Projekt erinnert deswegen permanent daran, dass das Betriebssystem Linux eigentlich GNU/Linux heißen müsse: Linux besteht zwar aus dem Kernel namens Linux, enthält um den Kernel herum aber sehr viele der rund 300 Programme des GNU-Projekts. Bislang folgt von den bekannten Linux-Versionen lediglich Debian, das seine Distribution “Debian GNU/Linux” nennt, diesem vom GNU-Projekt geforderten Wahrhaftigkeitsgebot.

Das GNU-Projekt verfolgte von Anfang an das Ziel, ein komplett freies Betriebssystem inklusive Kernel, Tools und Anwendungen zu entwickeln. Das Projekt unter der ideellen Führung Stallmans setzt sich entsprechend vehement gegen die Nutzung von Software ein, die ausschließlich binär zu haben ist, also deren Quellcode der Programmierer nicht zur Verfügung stellt. Dazu zählt das Projekt auch Linux-Distributionen, die zum Beispiel proprietäre Treiber enthalten. Bis 1992 hatte das Projekt alles entwickelt, was ein Betriebssystem braucht, bis auf einen Kernel. Dem sollte die Entwicklung von GNU Hurd auf Basis von Mach Abhilfe schaffen. Als Linus Torvalds dann Linux aus der Taufe hob und es unter die GPL stellte, schien dem Projekt der Linux-Kernel ein geeigneter Ersatz.

Seit 2001 ist auch die Eigenentwicklung des GNU-Kernels namens GNU Hurd funktionstüchtig. Die aktuelle Version des auf dem Hurd-Kernel basierenden GNU-Systems ist 0.2.

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