Red Hat und Amazon mit Software als Service

Der amerikanische Linux-Distributor Red Hat will seine Unternehmensplattform gemeinsam mit Amazon als Software-Service vermarkten.

Dass der Online-Händler Amazon neben Büchern mittlerweile schwunghaften Handel mit Elektrogeräten, Sportkleidung und Software treibt, hat sich weitgehend herumgesprochen. In Nordamerika zumindest will das Handelshaus einen weiteren Markt erobern: Mit Software as a Service, kurz SaaS, will Amazon Unternehmen als Kunden gewinnen, die Rechnerkapazitäten auslagern und kurzfristig mieten wollen. Für sein Geschäftsmodell mit dem sperrigen Namen Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2) hat das Unternehmen Red Hat als Partner ins Boot geholt.

Das Projekt wird derzeit in der Betaphase getestet, soll aber noch in diesem Jahr marktreif werden; damit wäre das Linux-Betriebssystem das erste kommerziell unterstützte Betriebssystem im Angebot. Unter der Bezeichnung “Red Hat on Amazon EC 2” sollen Unternehmen die Software-Angebote des Open-Source-Unternehmens samt Rechnerkapazität nach Bedarf mieten. Hierzu gehören die Produkte und Dienstleistungen rund um Red Hat Enterprise Linux (RHEL) inklusive Virtualisierungsfunktionen, der Red Hat Network Management Service sowie mittlerweile mehr als 3.400 auf RHEL zertifizierte Applikationen. Laut aktuellen Informationen soll das Red Hat-Angebot auch die Produkte und Software der Jboss-Plattform umfassen, wie beispielsweise den Jboss Application Server und die Jboss Enterprise Middleware Suite. Die gemietete Rechnerleistung soll hoch skalierbar, die Kapazitäten binnen Minuten veränderbar sein. Adam Selipsky, bei Amazon Vizepräsident für Produktmanagement und Developer Relations, erläutert das Konzept: “Unser Angebot hilft Kunden bei der Vermeidung schwerer Lasten, die durch Anschaffung, Installation und Wartung einer eigenen Infrastruktur entstehen, denn sie zahlen lediglich für die tatsächlich in Anspruch genommene Nutzung.”

Derzeit ist Red Hat Enterprise Linux auf Amazon EC2 als private Beta-Version verfügbar und soll noch im vierten Quartal 2007 lieferbar werden. Nach der erfolgreichen Markteinführung plant Red Hat, dieses Modell auch mit anderen Hostern zu vermarkten. Der Red-Hat-Deutschlandgeschäftsführer Werner Knoblich sagt im Gespräch mit Linux Magazin Online: ” Der Markt für Software as a Service ist in Deutschland noch ganz am Anfang. Wir sehen hier erhebliches Potential und gehen davon aus, dass Amazon diesen Service bald auch in Europa anbieten wird.” Vorerst muss die Dienstleistung in den USA gekauft werden. Die Basispreise liegen bei 19 US-Dollar pro Monat und Anwender. Je nach Rechenleistung kommen dazu Stundenpreise ab 0,21 US-Dollar sowie Verbindungs- und Speicherkosten.

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