Nach dem Mutterkonzern IBM schließt sich nun auch Red Hat offiziell der Risc-V-Foundation an. Davon verspricht sich das Unternehmen mehr Kontrolle über die Hardware.
Der Schritt überrascht nicht wirklich. Wenn überhaupt ist es die Tatsache, dass der offizielle Beitritt so spät erfolgt. Red Hat beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit mit Risc-V, auch Fedora 28 unterstützt unter anderem Risc-V-Boards. Einer der Gründe: Mehr Transparenz. Ein anderer: Keine Lizenzgebühren wie bei ARM (Open Core).
Bereits Ende 2018 erklärte Entwickler DJ Delorie im Red-Hat-Blog, dass der Open Core von Risc-V es einfacher mache, Sicherheitslücken wie Meltdown und Spectre zu entdecken und vor allem zu patchen. Nutzer der Chips von AMD und Intel seien bislang auf Versicherungen der Unternehmen angewiesen, was solche Patches angeht.
ARM versus Risc-V
Die derzeit im Embedded-Bereich, etwa in Smartphones, Tablets, TV-Geräten und so weiter häufig eingesetzte ARM-Architektur setzt wie RISC-V ebenfalls auf RISC-Prozessoren (Reduced Instruction Set Computer). Allerdings ist die Architektur proprietär: ARM lizenziert die angepassten Architekturen. Bei Risc-V sind solche Lizenzierungen nicht nötig, jeder Hardware-Enthusiast kann seine eigenen Risc-V-Boards auf den Markt bringen. Weil auch Raspberry Pi mittlerweile ein Risc-V-Member ist, gibt es Spekulationen, dass die Macher des Minirechners in Zukunft womöglich die bisherige ARM-Architektur über Bord werfen.
Der Post von DJ Delorie verschweigt allerdings auch nicht die Nachteile eines offenen Cores: Es sei mehr Arbeit nötig, um die Hardware an den Core anzupassen. Eine Fragmentierung der veröffentlichten Hardware könnte dank angepasster Kerne ein Problem werden. Zudem seien dank Open Core auch Sicherheits-Audits und eine dazu gehörige Infrastruktur nötig.
Einige dieser Probleme treibt auch die Risc-V-Foundation um, die mittlerweile 275 Mitglieder zählt. Diese arbeiten unter anderem gemeinsam an einer Instruction Set Architecture (ISA) für Risc-V und am Software- und Hardware-Ökosystem rund um die Architektur. Dabei orientiert sich die Risc-V-Foundation auch an der Linux Foundation, mit der eine Kollaboration besteht.




