Palm reagiert auf Entwickler-Schelte für App Catalog

Palm hat angekündigt, sein Entwicklerprogramm für das hinter dem neuen Smartphone Palm Pre stehende Linux-basierte Web OS zu vereinfachen. Der Hersteller reagiert damit wohl auf heftige Kritik an seinem App Catalog.

Dass sich Programme und Progrämmchen für die immer leistungsfähiger werdenden Smartphones zum ausgewachsenen Geschäftsmodell für Hardware-Hersteller mausern können, hat – wie schon öfter – Apple mit dem zum I-Phone passenden App Store vorgemacht. Die mit dem von Google finanzierten Android-Betriebssystem bestückten Handys setzten mit dem Android-Market auf das gleiche Modell. Auch Nokia hat mit dem OVI-Markt seinen aktuellen Smartphones unter anderem Zugang zu freier und kostenpflichtiger Software ins Symbian-System geschrieben. Dass Palm mit dem App Catalog eine ähnliche Strategie verfolgt, ist nicht weiter verwunderlich. Palm verlangt eine jährliche Gebühr von 99 US-Dollar und 50 US-Dollar pro eingereichter Anwendung. Der Umsatz wird dann 70 zu 30 aufgeteilt, das heißt, Palm behält 30 Prozent.

Es waren aber hauptsächlich die weiteren Restriktionen, die einige Entwickler kritisierten, am anschaulichsten beschreibt Jamie Zawinski das Problem: So sei es ihm als App-Catalog-Teilnehmer verboten, seine Anwendungen – die er überdies kostenlos anbietet – parallel auf einer eigenen Website zu hosten: Er zitiert aus einem Schreiben von Palm: “Required: You can only distribute your app via the Palm App Catalog. Do not make your app available on your website or anywhere other than the App Catalog.”

Nun hat der Hersteller reagiert und öffnet sich den für seinen Marktplatz überaus wichtigen Entwicklern. In einer Ankündigung heißt es unter dem Punkt “Distribution on the Web”, dass Palm-Entwicklern, die Programme außerhalb des App Catalogs anbieten wollen, ein spezieller URL zur Verfügung steht, der über den App Catalog verlinkt sei. Den Zertifizierungsprozess und, falls gewünscht, den vollen Service mit Abrechnung und Transaktionen übernehme Palm. Entwickler könnten so auf ihre vorhandenen Marketinginstrumente setzen, ohne komplett an den Catalog gebunden zu sein. Die in der Ankündigung genannte Öffnung dauert aber noch eine Weile, Palm gibt Dezember als Starttermin an. Zawinski bleibt skeptisch und hat seinem ersten Bericht ein Update folgen lassen.

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