
Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer der OSADL, hatte führende Kernel-Entwickler nach Hannover eingeladen.
Auf einer kleinen Konferenz im Rahmen der Hannover Messe Industrie geben Kernel-Entwickler wie Andrew Morton einen Einblick in die Arbeit am Linux-Kernel. Eingeladen dazu hat das Open Source Automation Development Lab (OSADL), ein Zusammenschluss von Automatisierungsfirmen, die auf Linux und freie Software setzen.
Dr. Carsten Emde, OSADL-Geschäftsführer, erklärte zum Auftakt der Vortragsreihe “Open Source meets Industry” auf der Hannover Messe Industrie, dass gemeinsam finanzierte Entwicklung von Betriebssystemgrundlagen Kosten spare. Darum wolle die OSADL gemeinsam Treiber für Anlagensteuerungen entwickeln. Kernel-Maintainer Andrew Morton, von der Vereinigung als Sprecher eingeladen, unterstrich die Vorteile des Open-Source-Modells für langfristige Investitionssicherheit. Sie bestehen seiner Meinung nach in kurzen Entwicklungszyklen und Sicherheit durch Einsicht in den Code.

Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer der OSADL, hatte führende Kernel-Entwickler nach Hannover eingeladen.
Das OSADL, dem sowohl Unternehmen aus der Softwareentwicklung wie auch Anwender von Maschinensteuerungen angehören, beruft sich auf das Genossenschaftsprinzip nach Raiffeisen: “Was einer nicht alleine schaffen kann, können viele schaffen”, sagte Emde. Er führte aus, dass das OSADL bereits mehrere Treiber und Kernelerweiterungen nach diesem Prinzip entwickeln ließ, darunter den bekannten Preempt-Patch zur Echtzeitsteuerung. Dazu hatte es den Kernelentwickler Thomas Gleixner beauftragt.

Kernel-Maintainer Andrew Morton erläuterte die Bedeutung von Open Source für die Automatisierungstechnik.
Andrew Morton erläuterte, dass die Kernel-Entwickler ihre Arbeit als Grundlage verstehen, die andere als Basis für ihre Produkte nutzen können. Dabei hätten unterschiedliche Industriezweige unterschiedliche Anforderungen: Für den Embedded-Bereich wies er auf die fehlenden Lizenzkosten hin, die gerade bei Produkten mit großer Stückzahl wie Digitalkameras oder DSL-Routern zum Tragen kämen. Für die Automatisierungstechnik speziell sieht er zwei wesentliche Vorteile von Linux: Erstens könne die Entwicklungszeit effizienter genutzt werden, da allen Programmierern der volle Quelltext zur Verfügung stehe. Zweitens betonte er die Bedeutung von Risk-Management – Anwender könnten nur bei Open Source alle Implikationen von Programmen und Treibern nachvollziehen und überprüfen. Proprietäre Ansätze schlössen dies aufgrund von Non-Disclosure-Agreements häufig aus, sagte er.
Die Pressekonferenz bildete den Auftakt zu einer Vortragsreihe führender Kernelentwickler, die während der Messe stattfindet.



