Nach dem Kauf von Sun durch Oracle liest man viel über MySQL, OpenOffice und Virtualbox. Mit Btrfs vs. ZFS gibt es aber noch ein weiteres Highlight der Übernahme.
Das freie Dateisystem Btrfs sehen viele als ZFS-Ersatz für Linux. ZFS ist das Vorzeigedateisystem von Sun, welches durch seine gute Skalierbarkeit und zahlreiche Features zu überzeugen mag. Einen Linux-Port davon gab es aus lizenzrechtlichen Gründen bislang nicht, es besteht allerdings die Möglichkeit, ZFS über Fuse unter Linux zu nutzen.
Btrfs wird von Chris Mason bei Oracle entwickelt, nach dem Kauf von Sun könnte nun Oracle auf die Idee kommen, die Entwicklung von Btrfs aufzugeben und stattdessen ZFS auf Linux zu portieren. Dem ist aber nicht so. Wie Chris Mason noch am Montag auf der Btrfs-Entwicklerliste bekanntgab, steht Oracle nach wie vor hinter dem Btrfs-Dateisystem und wird dessen Entwicklung ungeachtet von ZFS fortsetzen:
“Just a quick note about the recently announced purchase of Sun by
Oracle. This does not change Oracle’s plans for Btrfs at all, and Btrfs
is still a key project for us.”
Gleichzeitig fordert Mason die Listenmitglieder auf, mit Testen und dem Beisteuern von Code wie gehabt fortzufahren. Auf das Statement von Chris gab es natürlich auch einige negative Antworten, die lieber schnell ein stabiles ZFS für Linux anstatt ein sich noch in Entwicklung befindendes Btrfs hätten, die meisten Listenmitglieder waren sich aber einig, dass Btrfs den großen Vorteil hat, bereits im Kernel drin zu sein und zudem Jahre vergehen können, bis die rechtlichen Probleme um eine Integration von ZFS in den Linux-Kernel beseitigt wären. Auch Ric Wheeler von Red Hat sagte Mason die Unterstüzung seines Teams für Btrfs zu.



