In einer international abgestimmten Aktion ist der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und dem Bundeskriminalamt (BKA) der nach Angaben der Behörden bislang größte Schlag gegen die Internetkriminalität gelungen.
Mehrere der derzeit einflussreichsten Schadsoftware-Familien seien vom Netz genommen worden berichtet das BKA. Der aus deutscher Sicht gefährlichste Dropper sei die Schadsoftware Smokeloader gewesen, die bereits seit über zehn Jahren existierte und sich fortlaufend weiterentwickelt habe, so das BKA. Beim internationalen Einsatz sei die technische Infrastruktur von Smokeloader sowie fünf weiterer Dropperdienste beschlagnahmt und deren Kontrolle von den Strafverfolgungsbehörden übernommen worden. Allein das Botnetz von Smokeloader umfasste laut BKA im Verlauf des vergangenen Jahres mehrere hunderttausend Systeme.
Gegen insgesamt acht Akteure sei von Deutschland Haftbefehle erlassen worden. BKA und ZIT fahnden zudem nach sieben identifizierten Personen, die im dringenden Verdacht stehen, sich als Mitglied an einer kriminellen Vereinigung zum Zwecke der Verbreitung der Schadsoftware Trickbot beteiligt zu haben. Zudem wird nach einem weiteren Beschuldigten gefahndet, der dringend verdächtig ist, einer der Rädelsführer der Gruppierung hinter der Schadsoftware Smokeloader zu sein, teilt das BKA mit. Lichtbilder und Beschreibungen der Beschuldigten seien auf der BKA-Webseite abrufbar.
Im Zuge der internationalen Operation „Endgame“ seien weltweit über 100 Server beschlagnahmt sowie über 1300 kriminell genutzte Domains unschädlich gemacht worden, teilt das BKA mit. Gegen einen identifizierten Betreiber und Administrator wurde ein Vermögensarrest in Höhe von 69 Millionen Euro erwirkt. Zudem wurden 99 Krypto-Wallets mit einem aktuellen Gesamtvolumen in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro bei zahlreichen Kryptobörsen gesperrt. Weiterhin wurden 10 internationale Haftbefehle erlassen und vier Personen vorläufig festgenommen.



