Stuart Grace, Entwicklungsingenieur bei BBC Research and Development hat beim OpenInfra Summit in Berlin Dashboards für OpenStack präsentiert, mit denen Nutzern von privaten OpenStack-Cloud, die Kohlendioxid-Emissionen verfolgen können, die von jeder ihrer VMs verursacht werden.
Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der BBC beschäftige rund 200 Mitarbeiter, die an innovative Technologien forschen und entwickeln, sagte Stuart Grace in Berlin. In der Forschung und Entwicklung haben man einige private Clouds für den Eigenbedarf aufgebaut, berichtete Grace, die mit OpenStack und Ceph betrieben, mit Ansible eingerichtet und mit Prometheus überwacht werden. Da auch bei der BBC geplant sei, bis 2030 CO2-neutral zu werden, habe man sich der Energiebilanz dieser Installationen gewidmet.
Da es das Ziel gewesen sei, die OpenStack-Bilanz detailliert zu messen, habe man begonnen mit der Datenerfassung ganz unten anzufangen, bei den Registern der CPUs von Intel und AMD für das Running Average Power Limit (RAPL), die den Energieverbrauch von CPU und DRAM pro Millisekunde meldeten. Der Linux-Kernel wiederum melde die CPU-Nutzung für jeden Prozess. Mit einem von Hubblo entwickelten Open-Source-Metering-Agent namens Scaphandre lassen sich diese Datenquellen kombinieren, um so den Stromverbrauch jedes Prozesses auf einem Bare-Metal-Rechner berechnen zu können, sagte Stuart Grace.

Stuart Grace zeigt Dasboards für den CO2-Ausstoss
Anschließend habe man die Instanz-Metadaten von der OpenStack-API abgefragt, um den Namen und das zugehörige Projekt für jeden KVM-Prozess zu finden. Aber damit nicht genug, da es bei der Stromgewinnung Unterschiede gebe, sei auch dieser Parameter berücksichtigt worden, so Grace, ein Kilowatt mit Windenergie erzeugt, stoße schließlich weniger CO2 aus, als ein mit Gas erzeugtes.
In Großbritannien sei der National Grid Electricity System Operator für die Verteilung des gesamten Stroms von den Erzeugern zu den Verbrauchern zuständig und der wiederum verfügt über eine offene API, die historische, aktuelle und prognostizierte Daten über den Mix der Brennstoffquellen liefert, die für jede Region in Großbritannien Strom liefern und auch die Menge an Kohlendioxid, die für jede erzeugte Kilowattstunde Strom emittiert werde.
Sein Kollege Sonal Tandon verschiedene Dashboards in Grafana produziert, um all diese Informationen den Nutzern präsentieren zu können. Unter anderem könne der Anwender den CO2-Ausstoß senken, indem er nicht zeitkritische Tasks auf ein Zeitfenster schiebe, in denen viel Windenergie zum Einsatz komme, so Grace.



