Unternehmen, die proprietäre Software unter eine freie Lizenz stellen möchten, sollten vor allem darauf achten, die Open-Source-Community zu begeistern. Das war das Fazit eines Vortrags auf der Open-Source-Tagung der Lisog.
Ulrich Möller, Urheberrechtsanwalt im Dienste des Virtualbox-Herstellers Innotek sagte in seinem Referat: “Sie müssen die Community glücklich machen, wenn Sie Erfolg haben wollen.”
Dabei gleichzeitig den Hebel in der Hand zu behalten, um weitere Umsätze zu generieren und rechtlich unangreifbar zu sein, erfordert laut dem Juristen einiges an Planung und Strategie. Meist bieten sich dabei Dual-Licence-Modelle an, bei denen für den Unternehmenseinsatz typische Features unter einer proprietären Lizenz als Add-ons erhältlich sind.
Innoteks Entscheidung, die hauseigene Virtualisierungssoftware Virtualbox unter die GPL zu stellen, hat Anfang des Jahres für einiges Aufsehen gesorgt. Der Schritt machte Virtualbox zur ersten Vollvirtualisierung unter Open-Source-Lizenz und sorgte schlagartig für fünfstellige Downloadzahlen. Offensichtlich hatte Virtualbox ein Bedürfnis vieler Benutzer getroffen. Möller: “Viele Unternehmen stehen an einem ähnlichen Punkt: Ihre Software ist stabil, konkurrenzfähig und ausgereift, aber unbekannt. Mit der richtigen Open-Source-Strategie kann sich letzteres schnell ändern.”



