Open-Source-Tag der Lisog: Benefits für die Benutzer schaffen!

In einem Vortrag auf dem Open-Source-Tag der Lisog berichtete Thorsten Werner (Referat IT-Strategie, Auswärtiges Amt), mit welchen Mitteln Administratoren die Akzeptanz der Mitarbeiter für eine Migration erhöhen können.

Die deutsche Bundesbehörde schaffte es innerhalb kurzer Zeit, die 220 Auslandsvertretungen mit rund 11000 Clients erfolgreich auf Linux umzustellen. Einer der wichtigsten Faktoren ist dabei laut Werner, Akzeptanz bei den Benutzern zu schaffen. Dies erreichten die Administratoren des Amtes schon durch die neuen Linux-Laptops mit dem “Global Roaming”-Konzept. Damit können sich Benutzer im Netzwerk jeder Außenstelle am zentralen LDAP-Verzeichnis anmelden, auch wenn sie nicht zur lokalen Domäne gehören, und so mit ihrer gewohnten Umgebung mobil arbeiten.

Gerade für die Vielflieger im Auswärtigen Amt war das eine große Erleichterung. Da die Benutzer diesen Vorteil mit Linux assoziierten, entstand eine positive Grundhaltung, die viele andere Phasen der Migration erleichterte. Begeistert zeigten sich die Benutzer auch von den Möglichkeiten des eingesetzten Videolan-Servers, mit dessen Hilfe Fernsehprogramme ins Netz gestreamt werden.

Die Entscheidung der Behörde, komplett auf Debian umzustellen, hatte vor wenigen Jahren für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile haben die Administratoren auch Notebooks und Büro-PCs auf Linux umgerüstet, für Fachanwendungen kommen wenige Dual-Boot-Umgebungen sowie virtualisierte Windows-Systeme unter Virtualbox zum Einsatz. Auf den Servern in den Botschaften (drei pro Niederlassung) läuft OpenLDAP, Exim, Cyrus, Samba, Jboss, Apache, OTRS, Nagios, Munin, Xen und Webmin auf 64-Bit Dual- oder 4-fach-Opterons.

Dank Heartbeat und einer eigenen, vollautomatischen Installation, die im wesentlichen auf Debian-Bordwerkzeugen basiert, sind die Außenstellen vor Ausfällen geschützt. Selbst beim Totalausfall eines Servers brauchen die Admins meist nur wenige Minuten, bis das funktionsfähige System wieder zur Verfügung steht.

Das Linux-Magazin berichtete Anfang 2006 über die Umstellung der Client-PCs auf Debian.

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