Online-Payment legt beim Einzelhandel zu

Das EHI Retail Institute hat eine Studie veröffentlicht, die im Corona-Jahr 2020 dem Online-Payment einen zweistelligen Zuwachs von 61 auf 75 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr bescheinigt.

510 Milliarden Euro brutto habe der deutsche Einzelhandel im Corona-Jahr 2020 mit physischen Gütern stationär und online umgesetzt, teilt das EHI mit. Der Umsatz in den Geschäften und Kaufhäusern sei im Vergleich zu 2019 von 445 auf 435 Milliarden Euro branchenweit zurückgegangen, so das EHI.

Im stationären Handel seien die Barzahlung mit einem Umsatzanteil von 40,9 Prozent und einem Minus von 5,6 Prozentpunkte gegenüber 2019 sowie die Girocard mit einem Anteil von 40,1 Prozent (plus 6,5 Prozent) die marktführenden Systeme, hat der Marktforscher herausgefunden.

Betrachte man stationären und Online-Handel zusammen, liege der Bar-Anteil mit 35,1 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes nur noch bei gut einem Drittel, dicht gefolgt von der Girocard mit 34,3 Prozent. Das EH warnt, dass die Deutsche Kreditwirtschaft als Betreiber des Girocard-Systems zurzeit noch keine adäquate Lösung für das boomende Online-Geschäft bieten könne.

 Mit deutlichem Abstand, aber vom Anteil besser positioniert als nur im stationären Handel seien die Omnichannel-fähigen Bezahlarten zu finden, teilt das EHI mit. Kreditkarten könnten stationär, online und mobil genutzt werden. Die internationalen Player Visa, Mastercard und American Express seien hier wesentlich besser aufgestellt als die heimischen Banken und Sparkassen.

 Bei den Online-Bezahlarten liege PayPal, mit 24,9 Prozent Anteil nach der Bezahlart über Rechnung/Überweisung auf Platz zwei. In der Gesamtbetrachtung bedeute dies einen Anteil von 3,7 Prozent, heißt es in der Studie. Dieser Wert dürfte sich in den kommenden Jahren deutlich nach oben bewegen, prognostiziert das EHI. Neun von zehn Handelsunternehmen im EHI-Panel sehen PayPal als das System mit der besten Omnichannel-Fähigkeit. Es liege damit deutlich vor den online-fähige Debitprodukten von Mastercard und Visa sowie vor dem ähnlich strukturierten Wettbewerbsprodukt Amazon Pay.

 Die Deutsche Kreditwirtschaft habe angekündigt, die Girocard im Verbund mit internationalen Partnern auch im europäischen Markt zu etablieren und zudem eine adäquate Position im E-Commerce zu erreichen, erklärt Horst Rüter, Zahlungsexperte beim EHI:: “Das ist vermutlich die letzte Chance, den übermächtigen amerikanischen Schemes Paroli zu bieten”, sagte Rüter.

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