Das Grafikprogramm Gimp integriert in Version 2.6 die Generic Graphics Library (GEGL) und erlaubt damit erstmals den nicht-destruktiven Umgang mit HDR- und RAW-Bildern. Das Gimp-Interface soll durch den Umzug des Toolbox-Menüs in das Hauptfenster bedienerfreundlicher sein.
Gimp 2.6 ermöglicht erstmals die Nutzung von höheren Farbtiefen, allerdings muss der Anwender die dafür zuständige Bibliothek GEGL über das “Colors”-Menü manuell zuschalten. Per default setzt Gimp 2.6 weiterhin auf 8 Bit pro Farbkanal.
GEGL kann auch Grafikmengen jenseits des verfügbaren RAM Buffers umgehen, ohne das Originalbild komprimieren zu müssen. Während HDR-Bilder (High Dynamic Range) aber noch vorzugsweise in der digitalen Kinotechnik und in Computerspielen zum Einsatz kommen, sieht das mit RAW-Bildern schon anders aus: Die meisten digitalen Spiegelreflexkameras produzieren mittlerweile diese Bilder, die über einen Dynamikumfang von 12 bis 16 Bit pro Farbkanal verfügen.
Während alte Hasen mit Gimps Interface durchaus zurecht kommen, dürfte die überarbeitete Oberfläche des Programms Ein- und Umsteiger besser ansprechen. Die lassen Gimp oft aufgrund der ungewohnten Bedienung links liegen. Gimp 2.6 zeigt nun, wie andere Grafikprogramme auch, ein leeres Bildfenster wenn kein Bild geöffnet ist. Diese Arbeitsfläche integriert zudem das Menü der bisherigen Toolbox. Dank Drag’n’Drop-Unterstützung lassen sich Bilder dort auch einfach hinziehen. Durch die Umordnung von Toolbox und den Docks kommen Window-Manager besser mit Gimp zurecht, weil die Werkzeuge nicht mehr so leicht hinter dem Bild verschwinden.
Auch im Detail gibt es Neuerungen: Der Pinsel malt nun über den Rand eines Bildes und lässt sich so gezielter platzieren. Das Auswahlwerkzeug unterstützt polygonale Auswahlen und erlaubt das Vermischen von Freihand- und Polygon-Segmenten. Die Eingabedynamik der Pinsel lässt sich hinsichtlich von Größe und Transparenz anpassen: Bewegt der Anwender die Maus schneller, wird der Strich dünner. Beim Einsatz eines Grafiktabletts vermindert ein stärkerer Druck die Transparenz eines Strichs und so weiter.
Für die Gimp-Version 2.8 planen die Entwickler Veränderungen am Text-Tool. Die zahlreichen weiteren Neuerungen in der aktuellen Variante erklären die Release Notes. Wer Gimp 2.6 ausprobieren möchte, findet den Quellcode der Software als TAR.BZ2-Archiv in der Download-Sektion der Webseite. Wer noch etwas wartet, kann die neueste Version wie gewohnt über den Paketmanager der Distribution installieren.
- Das Bildfenster als Hintegrundfenster.
- Mögliche Effekte mit dem neuen dynamischen Pinsel.
- Die Tool-Menü ist ins Hauptfenster gewandert.
- Gimp nach dem Start mit dem neuen leeren Bildfenster.
- Die neue Generic Graphics Library (GEGL) lässt sich auch für Effekte zuschalten.








