Das neu eröffnete National Open Center (NOC) in Großbritannien soll Möglichkeiten erforschen und fördern, wie sich Open Source-Software in Industrie, Behörden und privaten Haushalten einsetzen lässt.
Vertreter des britischen Parlaments und der Europäischen Kommission haben das NOC am 26. Februar in Birmingham eröffnet. Öffentliche Diskussionsrunden, Informationsveranstaltungen und ein eigener Webauftritt sollen das Thema publik machen. Anfang 2006 fassten drei Gründungsmitglieder den Beschluss, das NOC zu gründen und somit Open Source Software strategisch zu stützen: Die Stadtverwaltung Birmingham, das National Computing Centre als unabhängige Vertretung für Informationstechnologie und Open Advantage, ein britisches Open-Source-Kompetenzzentrum.
Die Stadt Birmingham ist die größte Kommunalverwaltung Großbritanniens und wurde auch deshalb als Standort gewählt, weil dort bereits in großem Umfang Open Source-Software in der Verwaltung eingesetzt wird. Dem Advisory Board des NOC sind bereits 25 Mitglieder beigetreten: Der IT-Riese IBM zählt ebenso dazu wie kleine und mittelständische Unternehmen, öffentliche Institutionen wie die Stadt Bristol, OSS Watch von der Universität Oxford und Persönlichkeiten der Open-Source-Community wie der Journalist Glyn Moody.
“Die Arbeit des NOC wird auch dazu beitragen, den Einsatz von Open Source und offenen Standards auf der europäischen Ebene voranzutreiben.” sagte Barbara Held, bei der EU-Kommission für Open Source und das Open-Document-Format zuständig. “Wir brauchen nationale Standorte, um grenzübergreifende Synergien in Europa zu schaffen.” Ein weiterer Festredner war John Pugh, Mitglied des englischen Parlaments. Pugh engagiert sich seit Jahren für den Einsatz von Open Source in Schulen. “Open Source hat Feinde, und seine Feinde stehen der Regierung sehr, sehr nahe”, sagte Pugh bei der Eröffnungsveranstaltung gegenüber Medienvertretern.



