Neue GCC-Release kann CPU-bezogenen Fehler nicht beheben

Mit der neuen Release der GNU Compiler Collection kommen einige Änderung. Einen Fehler, der möglicherweise zu Fehlern auf x86- und x86_64-Systemen führt, konnte das Entwicklerteam nicht beheben.

Nach dem letzten Final Release war aufgefallen, dass einige Kernel auf x86- und x86_64-Systemen das prozessorspezifische ABI (Application Binary Interface) mit Bezug auf das DF-Flag stören konnten. Dies war etwa der Fall, wenn ein Prozess unterbrochen wurde, der mittels des Befehls “memmove” Speicherbereiche überlappend kopierte oder Code mit gesetztem DF-Flag ausführte. Das DF-Flag (Direction Flag) ist ein 80×86-Prozessoren-spezifisches CPU-Flag, das dem Prozessor mitteilt, in welcher Richtung er String-Befehle in Bezug auf Speicheradressen abarbeitet. Jakub Jelinek schreibt in der Releaseankündigung, dass das Team hoffe, dass der Fehler in den nächsten Versionen der Kernel behoben werde und dann auch in künftigen GCC-Veröffentlichungen. Für einige Systeme liegen bereits Fixes vor, unter anderem ein Patch von Linus Torvalds für den Linux-Kernel. Auch für FreeBSD und Hurd gibt es Fehlerkorrekturen.

Zu den Änderungen in der vorliegenden Version 4.3 des GCC gehört die Entfernung der Optionen “-fforce-mem” und “-msvr3-shlib”. Erstere zeigte keine Effekt in den vergangen GCC-Veröffentlichungen. Die zweite Option wird nach Aussage der Entwickler nicht mehr benötigt. Ebenfalls entfernt wurde die Unterstützung für den AOF-Assembler im ARM-Backend. Begründet wird dieser nicht angekündigte Schritt damit, dass er nur die Targets “arm-semi-aof” und “armel-semi-aof” betreffe, die schon länger brach liegen. Außerdem seien sie bereits seit GCC 4.0 nicht mehr nutzbar. Das gleiche Schicksal traf die Unterstützung für TMS320C3x/C4x-Prozessoren, welche ebenfalls seit GCC 4.0 als “deprecated” eingestuft sind. Im Changelog kündigen die Entwickler an, in den nächsten Veröffentlichungen die Unterstützung für weitere Systeme streichen zu wollen.

Die Entwickler haben in die vorliegende Release diverse Verbesserungen wie die Integration der MPFR library eingearbeitet. Auch die Kommandozeilen-Option “–help” wurde überarbeitet und dahingehend erweitert, dass sie nun auch eine Reihe weiterer Optionen annimmt. Beispielsweise zeigt jetzt die Option “–help=warnings” alle Optionen an, die Warnungen kontrollieren. Weitere Einzelheiten zur verbesserten Option sowie Details zu allen anderen Änderungen und Überarbeitungen enthält das Changelog. Der aktuelle GCC in Version kann über die Spiegelserver des GNU-Projekts heruntergeladen werden. Das Archiv ist knapp 58 MByte groß. Der GCC ist auch in kleineren Teilkomponenten verfügbar.

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