Viele bekannte Synchronsprecher, die Charakteren in beliebten Netflix-Serien ihre Stimme liehen, verweigern die Unterschrift unter neue Verträge, in denen sich Netflix das Recht einräumen lassen will, ohne besondere Vergütung mit den Stimmen eine KI zu trainieren.
Eine große Zahl der Sprecher – es sollen bis zu 80 Prozent der sonst für Netflix arbeitenden Schauspieler sein – äußern die Sorge, langfristig von der KI ersetzt zu werden und befürchten den Untergang der Sprachsynchronisation als eigener Kunstform. Netflix reagierte mit einem Brief und zeigte sich bereit “Missverständnisse” bezüglich der neuen Regelung auflösen zu wollen. In der Sache wird allerdings kein Entgegenkommen angedeutet und auch Verhandlungen will der Streaminganbieter ausdrücklich nicht führen. Außerdem drohte Netflix damit, künftige Serien zu untertiteln und gar keine deutsche Tonspur mehr anzubieten.
Der Verband Deutscher Synchronsprecher (VDS) hat die neuen Vertragsklauseln von der Rechtsanwaltssozietät Spirit Legal begutachten lassen, die zu dem Schluss kommt, zentrale Klauseln des Vertrages seien urheber-, daten- und vertragsrechtlich unwirksam oder rechtswidrig. Außerdem untergrabe der Vertrag die Existenzgrundlagen der Sprecher: “Die Sprecher*innen unterschreiben heute die Bedingungen ihrer eigenen Ablösung.”




