Multipath-TCP soll in den Kernel

Einem Thema der Linux Plumbers Conference 2019 widmet sich LWN.net im Detail: Multipath-TCP. Die Idee ist, eine TCP-Verbindung für mehrere Netzwerkkarten, etwa WLAN und Ethernet, aufzusplitten.

Das Splitten der TCP-Verbindungen vergrößert die Bandbreite, weil die Daten parallel mehrere Netzwerkgeräte verwenden. Allerdings ist die Technologie noch nicht im Kernel gelandet. Auf der Linux-Plumbers-Konferenz diskutierten die Entwickler nun über den weiteren Umgang mit MPTCP.

Demnach gibt zwei RFCs für MPTCP, RFC 6824 und das neue RFC 6824bis. Auf letzteres haben sich die Kernelentwickler offenbar geeinigt, es soll auch im 5G-Umfeld relevant sein. Ein im Juni gesendetes Patchset soll nun überarbeitet werden. Es fehle laut den Netzwerk-Maintainern noch der IPv6-Support, zudem müsse MPTCP im Kernel in der Lage sein, automatisch MPTCP-Sockets zu erzeugen.

Auch eine Userspace-Implementierung, der MPTCP-Daemon, ist bereits in Arbeit, Code gibt es auf Github. Er soll Admins in die Lage versetzen, Multipath-Verbindungen aufzusetzen, Informationen zu den Verbindungen zu tracken und Subflows zu verwalten. Offene Baustellen sind der Support für TLS, der auch für gesplittete Verbindungen funktionieren kann.

Zudem ist ein Packet Scheduler angedacht, der die Pakete feingranular auf die verschiedenen Verbindungen verteilt, um etwa die Latenz zu minimieren. Detailliertere Informationen zum Thema liefert LWN.net.

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