Auf Distrowatch berichtet Jesse Smith in einem längeren Artikel von dem schwierigen Verhältnis zwischen den Distributionen Linux Mint und Ubuntu. Neben der Update- und Upstream-Geschwindigkeit steht da auch die Frage im Raum, ob Mint-Entwickler gar Ubuntus Contributor Licenses unterzeichnen müssten.
Der wöchentliche Report von Distrowatch enthält diese Woche einen für Ubuntu- und Mint-Entwickler gleichermaßen irritierenden Abschnitt. Unter “Mint, Ubuntu and online banking” findet sich eine längere Analyse von Vorgängen und Vorwürfen, die Canonical-Angestellte in den letzten Wochen der freien Distribution Linux Mint machten.
Canonical: “Ihr kooperiert nicht!”
Die Vorwürfe reichen von mangelhaft kooperativen Upstream- und Patchverhalten bei Mint bis zu seltsam restriktiven Security-Updates – alles Vorwürfe von Canonicals Oliver Grawert, was Mint-Anwender unnötigen Risiken aussetze. Total falsch, antwortet die Mint-Community, und los ging der Flamewar – bis Mint-Mastermind Clement Lefebvre in einem Statement einiges klarstellte, und für noch mehr Ärger sorgte.
Mint: “Ihr verlangt Binärpaketlizenzen!”
Lefebvre erklärte, Canonical verlange von Mint-Entwicklern Lizenzen, damit diese Ubuntus Binärpakete verwenden dürften. “Außerdem verwechselt Canonical LMDE und Mint, die haben überhaupt keine Ahnung, was wir machen.”, zitiert Distrowatch den Mint-Entwickler. Grawert antwortet direkt, man wünsche sich mehr Zusammenarbeit zwischen den beiden Distributionen, etwa um die Unterschiede bei der Update-Strategie zu verstehen.
Die Diskussion geht derzeit weiter, es lohnt sich, immer wieder einen Blick in die Blogs der beiden Protagonisten zu werfen. Grawaert bloggt hier, Lefebvre hier. Der Mint-Chef will übrigens keinesfalls bei Canonicals Lizenzen mitmachen. Auf Rückfrage von Distrowatch erklärt er, er halte den Anspruch ganz pauschal für nicht berechtigt. Allerdings sei die Sache eine Chance, mit Ubuntu ins Gespräch zu kommen und Möglichkeiten zu suchen, die beiden Parteien nutzen. Lizenzen für Open-Source-Software gehören da offenbar nicht dazu.




