MIA: Auf der Suche nach "verschollenen" Debian-Mitarbeitern

Debian-Projektmitarbeiter, die die von ihnen betreuten Softwarepakete nicht mehr pflegen und Mails nicht beantworten, sind ein Problem für die freie Linux-Distribution. Neue Regeln sollen nun Abhilfe schaffen.

Das beschloss das Team der Debian-Qualitätssicherung (QA), das sich vergangene Woche im spanische Merida traf. Für die untätigen unter den ehrenamtlichen Debian-Entwicklern ist das MIA-Team zuständig. MIA steht für “missing in action”, eigentlich ein militärischer Begriff für vermisste Kämpfer.

Meldet jemand nun einen Debian-Mitarbeiter in der MIA-Datenbank als inaktiv, gilt ab sofort folgendes Vorgehen: Nach einer ersten freundlich Mail an den “Verschollenen” wartet das Team 15 Tage und verschickt dann die selbe Nachricht nochmals – unter Umständen ging die erste Sendung verloren. Nach weiteren 15 Tagen folgt eine E-Mail, die die Möglichkeit erwähnt, das betroffene Debian-Paket als verwaist zu markieren. 30 Tage bleiben danach zum Antworten, bevor das Markieren als verwaist explizit angedroht wird. Nach weiteren 15 Tagen gilt das Paket schließlich als verwaist, nach weiteren 90 Tagen verabschiedet sich das Debian-Projekt mit einer Good-Bye-Mail vom Mitarbeiter.

Das MIA-Projekt betont allerdings, dass es nicht nur Mails hinter Debian-Entwicklern hinterherschickt, sondern den Ehrenamtlichen bei Bedarf auch hilft, Verstärkung für die Betreuung der Pakete zu finden. Die MIA-Datenbank ist nicht öffentlich, da sie Personendaten enthält.

Das MIA-Team sucht noch interessierte Debian-Entwickler zur Mitarbeit. Weitere Informationen gibt ein Kapitel der Debian-Entwickler-Dokumentation.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben