Linuxtag 2010: Mark Shuttleworth stellt Erfolgskriterien auf

In seiner Keynote vor vollem Haus am Samstag auf dem Linuxtag nennt der Ubuntu-Gründer drei seiner Meinung für jedes Open-Source-Projekt wichtige Punkte, gibt einen Ausblick auf Ubuntu 10.10 und stellt sich kritischen Fragen .

Das Thema regelmäßige und koordinierte Veröffentlichungen hat Mark Shuttleworth unter dem Stichwort Cadence schon in mehreren Vorträgen und Blog-Einträgen aufgegriffen. In seiner jetzigen Keynote ging er zusätzlich auf das Thema Qualität ein und forderte die Projekte auf, ihre Software mit automatischen Testtools zu verbessern. Der Vorteil bestehe nicht nur darin, dass man damit für jede Release einen minimalen Qualitätsstandard sicherstellen könne, sondern wirke sich auch positiv auf die komplette Entwicklung aus. So würde es einem Projekt deutlich leichter fallen, einen externen Patch zu akzeptieren, wenn man diesen einfach durch eine vorhandene Testsuite schicken könne. Müsse man hingegen jede zusätzliche Zeile Code zunächst von Hand studieren und überprüfen, erhöhe das die Akzeptanzhürde für externe Arbeiten und wirke sich somit negativ auf das ganze Projekt aus.

Hinsichtlich Ubuntu 10.10 hob der Canonical-Eigner die Netbook-Version hervor. Maverik Meerkat erscheint übrigens am 10. Oktober 2010, da “101010” die Binärschreibweise für die Zahl 42 ist. Neben Unity, das Shuttleworth als “Canonicals Gnome Shell für Netbooks” bezeichnete, zeigte Mark auch Skizzen von einem erweiterten Audio-Indikatoren, der zusätzlich zur Lautstärkesteuerung auch Zugriff auf die gerade laufenden Sound-Anwendungen gewährt (etwa Banshee, Amarok und Rhythmbox). Ebenfalls überarbeiten wolle man das Indikatormenü für die Uhrzeit und zur Wahl des Keyboard-Layouts. Nur in der Netbook-Version soll der Netzwerkmanager duch Conman ersetzt werden und die Menüleiste sowie Fenstertitel ins obere Panel wandern.

In der Frage-Session erntete Shuttleworth viel Applaus, musste aber auch ein paar kritische Fragen beantworten. So wollte ein Gnome-Entwickler wissen, warum Ubuntu die Design-Änderungen im Panel im Alleingang durchziehe, ohne das Gnome-Projekt zu fragen. Mark wies hier zunächst den Vorwurf zurück, man habe das Gnome-Projekt nicht gefragt: Canonical habe die geplanten Änderungen Gnome vorgeschlagen, das Gnome-Projekt habe diese jedoch zurückgewiesen. Zugleich gab er sich zuversichtlich, dass die meisten der Änderungen bis zur nächsten LTS-Version auch in Gnome Einzug halten würden.

Keine konkrete Antwort gab Shuttleworth auf die Frage, wann der Server-Teil von Ubuntu One frei verfügbar sein werde. Mark ließ durchblicken, dass das in naher Zukunft nicht zu erwarten sei, da unter anderem Drittanbieter wie 7Digital für den Music Store proprietäre Komponenten in die Ubuntu-Cloud einbringen. Er sieht die Ubuntu-Cloud aber nicht als Problem, da der Nutzer Daten nie nur in der Cloud speichere, sondern die Cloud nur als Synchronisationsdienst arbeite.

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