Linux-Server als Virenschleudern für Windows

Ein russischer Webentwickler hat ein Netz aus ein paar Hundert Linux-Webservern gefunden, die zur Verbreitung von Malware an Windows-Rechner dienen.

Dass Linux das Server-System erster Wahl ist, wissen auch die Programmierer von Schadsoftware: Laut einem aktuellen Blog-Eintrag des russischen Webentwicklers Denis Sinegubko gibt es ein Netz von (inzwischen nur noch knapp unter Hundert) infizierten Apache-Servern, die über die dynamischen Namensserverprovider dyndns.org und no-ip.com den Kontakt zu infizierten Windows-Rechnern halten beziehungsweise die nötige Schadsoftware bereitstellen.

 

Bei den kompromittierten Linux-Servern handelt es sich um dedizierte oder in virtuellen Maschinen arbeitende Apache-Webserver. Die Schadsoftware ist vermutlich nicht durch ein Leck in Apache sondern durch schwache oder abgehörte Passwörter oder ein Leck in der benutzten Management-Software auf den Rechnern gelandet. Die Angreifer haben daraufhin parallel zu Apache den kleinen Webserver Nginx installiert, der für die Verbreitung der Schadsoftware für Windows-Clients sorgt. Der Betreiber der Site merkt im Normalfall nichts vom Einbruch, da Apache seinen Dienst unverändert verrichtet.

 

Noch ist der genaue Zweck und vor allem das Einbruchstor nicht bekannt. Dyndns.com nahm aber kurz nach der Veröffentlichung des Blog-Eintrags über 100 Rechner vom Netz, auch no-ip.com sperrte rund 100 Domains, nachdem der Provider von Sinegubko kontaktiert wurde. Da sich jedoch dynamische Rechnernamen praktisch beliebig registrieren lassen, handelt es sich hier um ein Katz-und-Maus-Spiel.

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