Linux Foundation bringt Podcast-Serie mit Linus Torvalds

Die gemeinnützige Linux Foundation veröffentlicht unter dem Titel Open Voices eine Podcast-Serie von Interviews mit Open-Source- und Linux-Persönlichkeiten; den Anfang macht Linus Torvalds.

Die Serie mit Audiodateien bringt Interviews mit hochrangigen Managern und Visionären aus Linux-Unternehmen und der Open Source Community, darunter der Novell-Boss Ron Hovsepian, Marten Mickos, Chef von MySQL und Mark Shuttleworth, Ubuntu-Gründer. Die Non-Profit-Organisation sitzt mit diesen Kontakten quasi an der Quelle, denn viele davon sind Mitglieder der Organisation, die sich der weiteren Verbreitung von Linux widmet. So sieht das auch der Leiter der Stiftung, Jim Zemlin: “Die Linux Foundation (LF) ist in einer einzigarten Position. Wir haben das Privileg, mit den Gründern der Open-Source-Bewegung quasi täglich zusprechen”, sagt Zemlin. “Warum sollten wir das, was wir erfahren, nicht mit allen teilen?” Die Organisation unterstützt die Arbeit von Linus Torvalds auch finanziell, deshalb klingt es etwas kokett, wenn der Podcast-Gesprächspartner Zemlin sagt: “Wir sind begeistert, dass Linus in unserem ersten Podcast dabei ist.” Torvalds gilt allerdings als ausgesprochen pressescheu, weshalb sein Interview als Rarität gelten dürfte. Weil es nach Aussagen der LF zudem ein sehr ausführliches Gespräch wurde, wird es der Öffentlichkeit in zwei Teilen präsentiert.

Im Podcast spricht Torvalds über den Entwicklungsprozess von Linux und seine Internationalisierung, über Linux auf dem Desktop, Patente, OpenSolaris und auch Codeknacken bei Mobile Linux wird ein Thema. Gleich zu Beginn äußert sich Torvalds auch zu seiner Arbeitsweise und dem Auftreten in der Öffentlichkeit: “Eigentlich sitz ich den ganzen Tag in meinem Keller und treff eigentlich niemand. Aber was ich tue, ist vor allem Kommunizieren, und das ist sehr gesellig: Ich lese E-Mails von Leuten und antworte ihnen; sag ihnen dass sie schwierig sind. Obwohl ich das nicht mache – ich drücke das höflich aus oder sage, dass sie tolle Arbeit leisten und versuche, sie in die richtige Richtung zu schubsen.”

Der Desktop hat für den Linux-Erfinder große Bedeutung. Er sagt im Interview: “Der Linux-Desktop ist der Grund, warum ich überhaupt mit Linux begonnen habe. Mir hat niemals jemals irgendetwas so viel bedeutet wie der Linux Desktop… Um die technische Ebene des Desktops mach ich mir gar keine Sorgen, denn ich glaube, dass dies das erste ist, worauf die meisten Kernel-Entwickler ihre Energien richten.” Torvalds spricht ausführlich über die GPLv3 und Patente. Über Patent-Trolle sagt er: “Das sind Individuen, die nichts zu verlieren haben. Da gibt es einen Umbruch im Modell des Kalten Kriegs und es scheint einer der Gründe zu sein, warum selbst große Unternehmen jetzt anfangen zu begreifen, dass Patente in Verbindung mit Software eine wirklich schlechte Idee sind.”

Das ausführliche Gespräch ist ein zwei Teile unterteilt, wovon der erste auf der Webseite der Stiftung als MP3 oder OGG-Datei heruntergeladen werden kann; auch Abschriften sind hier erhältlich. Der zweite Teil soll in zwei Wochen verfügbar werden.

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