Kubecon Europe 2018: "Zum nächsten Level"

Mit 4100 Anmeldungen ist die Kubecon 2018 die bislang größte. Kubernetes und sein Ökosystem, so sahen es Keynote-Sprecher, sei in den Unternehmen angekommen. Die Cloud Native Computing Foundation schaut nun auf den Experten-Nachwuchs.

Zum Auftakt der Kubecon 2018 in Kopenhagen ließen die Veranstalter und Sponsoren gleich einen ganzen Hagel von Ankündigungen auf die Teilnehmer los, verteilt auf eine rekordverdächtige Anzahl an Keynotes. Publikum gab es reichlich. Die Cloud Native Con + Kubecon Europe 2018, so der vollständige Name, ist mit 4100 Anmeldungen gut besucht, dementsprechend war auch der riesige Keynote-Saal eindrucksvoll gefüllt.

Dan Kohn, Chef der CNCF, versuchte eine Perspektive auf den aktuellen Umfang des Projekts zu geben. An den mittlerweile 20 Projekten in der Foundation arbeiten rund 22 000 Entwickler, die CNCF habe 216 Mitglieder. Als neues Platinium-Mitglied kam der im deutschsprachigen Raum eher unbekannte chinesische E-Commerce-Konzern JD.com hinzu, der Kubernetes aber bereits seit 2015 produktiv einsetze und 20 000 Server betreibe.

Die Reifeprüfung

Im Mittelpunkt steht dabei Kubernetes, der Elefant im Raum und erstes Projekt, das “graduiert” ist, also den Inkubationsstatus verlassen hat. Zahlreiche der anderen Projekte spinnen sich um das Flaggschiff herum. Die CNCF ordnet die Projekte dabei drei Phasen zu: Sandbox, Incubation oder Graduate. Auch Prometheus und Fluentd könnten demnächst die Inkubationsphasen verlassen. Zugleich kündigten die CNCF-Vertreter mit Nats und Vitess zwei neue Sandbox-Projekte an.

CNCF-CEO Dan Kohn freute sich über weiteren Zulauf für die in der Stiftung organisierten Projekte.

Kohn zielte in seinem Vortrag aber vor allem auf die Sicherheit von Kubernetes ab. Die sei nur so gut wie der Code des gesamten Stacks. Er plädierte dafür, die Continuous-Integration-Bemühungen weiter zu verstärken und den erzeugten Code permanent zu testen. Zugleich nahm er seinen Vortrag zum Anlass, um eine neue Webseite vorzustellen, die Informationen zu den Projekten in der CNCF versammelt und aufbereitet.

Divers und besser trainiert

Um die Adaption der Technologie voranzutreiben, braucht es vor allem neue Mitarbeiter, die sich mit der Technologie auskennen. Da die kein natürlich nachwachsender Rohstoff sind, bemüht sich die CNCF, Kurse und Zertifikate anzubieten, um Menschen die Technologie näher zu bringen. Neu im Angebot ist eine Prüfung zum Certified Kubernetes Application Developer (CKAD). Die Prüfung kostet 300 US-Dollar, ab Mitte Mai soll es dazugehörige Online-Kurse geben (Kubernetes for Developers).

Schon seit einem Jahr im Programm hat die CNCF eine Weiterbildung zum Certified Kubernetes Administrator (CKA), an dem Programm hätten bislang 1500 Teilnehmer partizipiert, heißt es. Zugleich baut die CNCF ihr Partner-Programm aus. Die Kubernetes Training Partner (KTP) müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um selbst Kubernetes-Admins auszubilden. Bislang zählt die CNCF sechs Partnerfirmen, Tendenz steigend.

Zugleich schreibt sich die CNCF Diversity auf die Fahnen. So gibt es eine Kubecon Diversity Scholarship, um “unterrepräsentierte und marginalisierte” Gruppen mit Stipendien auszustatten und auf die Kubecon einzuladen. Auch Dirk Hohndel, der inzwischen bei VMware arbeitet, rief dank der homogenen Entwicklerschaft in seiner Keynote dazu auf, im Cloud-Native-Bereich mehr Frauen einzustellen.

Wohin des Weges

Gedanken über die Zukunft von Kubernetes machte sich der CNCF-TOC-Chair (Technical Oversight Committee) und Weaveworks-CEO Alexis Richardson. Kubernetes sei auf dem Weg, Serverless Computing zu ermöglichen. Dabei kümmern sich die Entwickler nur noch um ihren Code und lagern Funktionen und die komplette Infrastruktur in die Cloud aus, ohne sich weiter drum zu kümmern.

Alexis Richardson, CNCF-TOC-Chair (Technical Oversight Committee) und Weaveworks-CEO machte sich Gedanken über die Zukunft von Kubernetes.

Aktuell sei Kubernetes aber noch nicht so weit, Richardson nannte mehrere Baustellen. So arbeite man vor allem an der Sicherheit, aber auch an Storage-Lösungen, an Interfaces und an Dingen wie CI/CD und Helm Packaging. Für 2019 und 2020 prognostizierte er Service-Marktplätze und Add-on, Kubernetes und die damit verbundene Infrastruktur soll dann in der Lage sein, sämtliche Anforderungen von Entwicklern abzudecken.

Im Zuge dieser Transformation sieht Richardson auch eine Entwicklung weg von Devops hin zu Gitops. Weil atomare Updates an Code inzwischen möglich und nötig seien, werde “git push” zur fundamentalen Einheit im Cloud-Native-Computing.

Einig waren sich die eingeladenen Vertreter der Industrie bei einer anschließenden Pressekonferenz vor Ort vor allem in einer Sache: Kubernetes habe den Entwicklungszyklus ihrer Produkte enorm beschleunigt. Open Source und das Open-Source-Modell, auch darin zeigte sich das Podium einig, ist in der Cloud-Native-Entwicklung nicht mehr wegzudenken. Wer ernsthaft mitspielen wolle, müsse sich an das offene Entwicklungsmodell anpassen.

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