Den Rummel rund um die Kubecon Europe 2018 nutzen einige IT-Schwergewichte auch, um neue Produkte vorzustellen, darunter Google, Red Hat und Oracle. Google will zum Beispiel mit einer Sandbox die Sicherheit für Container verbessern.
Als eine der Hauptsorgen beim Einsatz von Containern gilt nach wie vor die Sicherheit. Kein Wunder: Immerhin teilen sich die Container ja den Kernel mit dem Host. Dagegen gibt es verschiedene Rezepte, unter anderem sperren Unternehmen ihre Container in leichtgewichtige VMs ein, was aber den Einsatzzweck von Containern etwas konterkariert.
Sandbox für Container
Google wirft nun mit der Sandbox G-Visor auf der Kubecon ein weiteres Security-Tool in die Waagschale. Die neue Open-Source-Sandbox soll dem laut Google gestiegenen Verlangen nach “heterogenen und weniger vertrauenswürdigen Workloads” Rechnung tragen und Container-Apps und Hostsysteme besser voneinander isolieren. Der Code wartet auf Github.
G-Visor fängt dabei die Syscalls der Anwendungen ab und tritt als Gastkernel auf, wobei es komplett im Userspace läuft und in Go geschrieben ist. Mit an Bord ist eine dafür geschaffene OCI-Runtime namens “runsc”, die mit Docker und Kubernetes interagiert. Setzt der Admin sie ein, führen Syscalls ins Leere.

Craig Box von Google erklärt G-Visor auf der Kubecon Europe 2018.
G-Visor soll laut Google einen schlanken Fußabdruck ermöglichen und so den Ressourcenaufwand der Virtualisierung reduzieren. Google hofft dabei, dass sich die eigene Software mit anderen Security-Bemühungen in diesem Feld verbindet und die Security für Container weiter vorwärts bewegt.
Stackdriver: Kubernetes Monitoring
Daneben kündigt Google für die eigene Cloud GCE eine Beta von Stackdriver an. Dabei handelt es sich um ein Kubernetes-Monitoring das verrät, wie sich die Kubernetes-Applikationen on Premise und in der Cloud schlagen. In GCE läuft es Out of the Box, soll sich aber auch einfach mit anderen Kubernetes-Deployments in Public Clouds verheiraten lassen.
Das Problem, das Stackdriver laut Google löst, besteht darin, dass Admins die Daten innerhalb größerer Setups aus verschiedenen Quellen zusammenkratzen müssen. Das erschwere es, Anomalien zu entdecken. Stackdriver vereinheitliche Logs, Metriken und Events über Container, Pods, Workloads, Cluster, aber auch die darunterliegende Infrastruktur hinweg. Zugleich will Google offenbar die Nutzer von Prometheus ins Boot ziehen, indem es für Stackdriver eine nahtlose Integration mit Prometheus verspricht.
Serverless-Support
Weitere Ankündigungen kamen von Red Hat, Oracle und Bitnami. So nimmt Red Hat mit dem Operator Framework, über das das Linux-Magazin bereits berichtete, eine ganz andere Baustelle in den Blick. Das Open-Source-Toolkit, das auf Github zu finden ist, soll native Kubernetes-Applikationen mit Hilfe so genannter Operatoren verwalten. Angekündigt hat dies Brandon Philips, der Chef der von Red Hat gekauften Firma Core OS. Das wundert nicht, denn die Idee für die Operators entstand bereits zu Zeiten von Core OS.
Oracles Container-Engine für Kubernetes erhält eine Reihe wichtiger neuer Funktionen, die Governance, Security, Netzwerk, Storage, Skalierfähigkeit und Handhabbarkeit betreffen. Daneben kündigte das Unternehmen im Rahmen des Fn-Projekts Support für offene Serverless-Standards an. Dieser erstreckt sich auf Cloud Events, einen Serverless-Standard, der unter dem Dach der CNCF entsteht und das Serverless Framework.
Serverless, also das Auslagern und Aufrufen von Funktionen über die Cloud, ist ein Thema auf der Kubecon 2018 und zugleich ein zweischneidiges Schwert. Es nimmt den Entwicklern und Admins zwar lästige Arbeiten ab, spart Kosten ein, aber bindet die Serverless-Nutzer zugleich noch stärker als je zuvor an einen Serverless- oder FaaS-Anbieter.
Passend dazu bietet Bitnami mit Kubeless 1.0 eine neue Version der produktionsreifen Serverless-Lösung für Kubernetes an. Die unterstützt nun Java und Go, kennt neue Event-Trigger für Kafka und das gerade gestartete CNCF-Sandbox-Projekt Nats.io und unterstützt die Spec 0.1 der erwähnten Cloud Events.



