KIT-Algorithmus berechnet Fussball-Europameister

Im Finale der Fußball-EM 2021 werden sich wahrscheinlich Frankreich und England gegenüberstehen. Zu dieser Prognose kommt Alexandros Stamatakis, Professor für High Performance Computing am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zusammen mit Ben Bettisworth, seinem Doktoranden am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) hat er einen Algorithmus entwickelt, der den Turniersieger berechnet.

Und in der Prognose von Alexandros Stamatakis heißt der Turniersieger England. Basis seiner Forschung ist die Phylogenetik, die sich mit der Erforschung von Abstammungen bei Lebewesen beschäftigt. “Die Berechnung von Turniersiegern ähnelt den Algorithmen zur Rekonstruktion von evolutionären Beziehungen zwischen verschiedenen Arten in der Phylogenetik”, erklärt der Informatiker. “Daher lassen sich Turnierverläufe mit ähnlichen Methoden wie Stammbäume berechnen.”

Mit seinem Doktoranden hat Stamatakis das Software-Tool „Phylourny“ entwickelt, um den Verlauf der K.-o.-Phase von Turnieren zu prognostizieren. “Wir haben dazu einen Algorithmus aus der Bioinformatik angepasst“, erläutert Bettisworth. „Unser Ansatz zeichnet sich dadurch aus, dass wir viele mögliche Turnierverläufe nicht mehr langwierig und mit gewissen Abweichungen von den exakten Werten simulieren müssen, sondern den Turnierverlauf effizient und exakt berechnen können – immer bei gegebenen Gewinnwahrscheinlichkeiten.”

Neben besseren und schnelleren Vorhersagen könnte die Arbeit der Bioinformatiker künftig auch die Entwicklung neuer Methoden zur Berechnung von Gewinnwahrscheinlichkeiten ermöglichen. Die Forscher stellen ihre Software als Open-Source-Code zur Verfügung. Der Beitrag Phylourny: Predicting the Knock-out-phase of Tournaments via Phylogenetic Methods by example of the UEFA EURO 2020 (PDF), erläutert die Methoden.

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